FC St. Pauli Trainer Outet Sich Als Homosexuell
Ein Jugendtrainer des FC St. Pauli hat sich öffentlich als homosexuell geoutet, und sein Klub steht fest hinter ihm. Diese mutige Entscheidung wurde unter anderem durch Jürgen Klopp beeinflusst.
Hamburg – Im Fußball ist es nach wie vor selten, dass Männer zu ihrer Homosexualität stehen. Christian Dobrick, der U19-Trainer des FC St. Pauli, hat diesen Schritt gewagt und kritisierte gleichzeitig den Umgang mit Homosexualität im Fußball. In der Bundesliga sind bislang nur auf Funktionärsebene Personen offen homosexuell.
In einem Interview mit RTL äußerte Dobrick: „Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische.“ Er vermutet, dass es im Profibereich deutlich weniger homosexuelle Spieler gibt als im allgemeinen Bevölkerungsdurchschnitt. „Der Druck, ein heteronormatives Leben zu führen, ist so groß, dass viele schwule Fußballer Schwierigkeiten haben, ganz nach oben zu kommen, da sie ihre Energie für Probleme aufwenden müssen, die nichts mit dem Sport zu tun haben.“
Dobrick erläuterte, warum er sich nun zu diesem Schritt entschlossen hat: „Ich war mir lange unsicher, ob ich mir mit dem Bekenntnis, schwul zu sein, nicht die Karriere verbaue. Aber dieses Versteckspiel hat mich zu viel Kraft gekostet.“ Ein entscheidender Einfluss auf sein Umdenken war Jürgen Klopp.
Von 2022 bis 2025 war Dobrick als Videoanalyst und Co-Trainer der U18-Mannschaft bei RB Salzburg tätig. Während dieser Zeit gab Klopp, der als Global Head of Soccer bei Red Bull arbeitet, ihm einen wichtigen Rat mit auf den Weg: „Du kannst als Trainer sein, wer du willst, aber du musst für etwas stehen. Du musst du selbst sein.“ Dieser Rat hat den 29-Jährigen nun dazu veranlasst, zu seiner Identität zu stehen.
Der FC St. Pauli hat seinem Mitarbeiter umgehend und öffentlich seine Unterstützung zugesichert. „Als FC St. Pauli stehen wir selbstverständlich hinter ihm und seinem Coming-out. Denn eigentlich ist es ganz einfach und sollte für alle gelten: Lieb doch, wen du willst!“, schrieb der Kiez-Klub auf Instagram.