Fehlerhafte Schiedsrichterentscheidung in der Bundesliga: DFB räumt Versäumnis ein
In der Auftaktpartie der Bundesliga sorgte eine strittige Szene für anhaltende Diskussionen, und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nun einen Fehler eingeräumt.
München – In der 64. Minute erzielte Antonio Nusa den vermeintlichen Anschlusstreffer zum 1:4 für Leipzig. Der Treffer wurde jedoch erst nach fast fünf Minuten zurückgenommen, nachdem Joshua Kimmich massiv protestiert hatte, was ihm eine Gelbe Karte einbrachte. Der Grund für die Aberkennung: Castello Lukeba hatte den Freistoß, aus dem die Situation entstand, nicht korrekt ausgeführt und den Ball mehrfach berührt. Dies wurde von Schiedsrichter Florian Badstübner und seinem Team jedoch übersehen.
Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe äußerte sich in der BILD zu der Situation: „Da Köln bei dieser Szene nicht intervenieren darf, haben sie es ein wenig umgangen. Regeltechnisch ist das nicht sauber.“ Er vermutete zudem, dass es „klar“ sei, „dass nach fünf Minuten nicht plötzlich dem Assistenten aufgefallen war, dass der Ball nicht ruhte; da hat sicherlich Köln interveniert.“
Der DFB bestätigte diese Analyse. Alex Feuerherdt, Leiter Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH, erklärte im kicker: „Dass Lukeba, anstatt den Freistoß korrekt auszuführen, einfach mit dem Ball losgedribbelt ist, hat leider keiner der Unparteiischen auf dem Feld wahrgenommen.“ Er fügte hinzu: „Die anschließende Torerzielung wurde vom VAR überprüft, aber die Überprüfung der Ausführung eines Freistoßes vor einem Tor gehört streng genommen nicht zu seinen Aufgaben.“
Warum der Treffer dennoch aberkannt wurde, erläuterte Feuerherdt ebenfalls: „Aufgrund der ungewöhnlich heftigen Proteste der Bayern sah sich der Schiedsrichter veranlasst, beim VAR nachzufragen. Der VAR entschied sich ausnahmsweise zu einem kurzen Hinweis auf die irreguläre Freistoßausführung, da es niemand verstanden hätte, wenn dieses Tor gezählt hätte.“
Damit gesteht der DFB ein, dass die Entscheidung zwar nachvollziehbar, jedoch regelkonform nicht war. Gräfe zieht daraus ein kritisches Fazit: „Sicherlich war es im Interesse des Fußballs, dass so ein Kinderfehler, sich den Ball selbst mehrfach vorzulegen, nicht zu einem Tor führt. Aber regeltechnisch ist es eben nicht sauber. Und da stellt sich natürlich immer die Frage: Wie würde es sich nun mit einem Einspruch verhalten?“
Ob RB Leipzig tatsächlich Protest gegen die Wertung des Spiels einlegt, ist noch unklar. Theoretisch „müsste ein Sportgericht darüber entscheiden, ob das Spiel möglicherweise wiederholt werden müsste“, so Gräfe. Er fügte jedoch hinzu: „RB wird sicher besonnen sein und das jetzt auf sich beruhen lassen, und das Schiedsrichterteam sowie Lukeba haben sicherlich ihre Lektion daraus gelernt.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)