FIFA bestraft Mexiko wegen homophober Rufe in Stadien
In der Vergangenheit gab es wiederholt homophobe Rufe bei den WM-Gastgebern Mexiko. Die FIFA hat nun eine drastische Strafe verhängt.
Puebla – In wenigen Wochen beginnt die große Fußball-Party des Jahres. Die WM in Mexiko, Kanada und den USA steht vor der Tür. Auch der DFB bereitet sich intensiv vor, nachdem der WM-Kader bekannt gegeben wurde. Gastgeber Mexiko möchte sich auf das bevorstehende Turnier freuen, sieht sich jedoch zunächst mit einer Strafe konfrontiert.
In Mexiko gibt es ein ernsthaftes Problem: homophobe Rufe in den Stadien. Sowohl im Vereinsfußball als auch bei der Nationalmannschaft sorgten Fans mit homophoben Beleidigungen für großes Kopfschütteln. Die FIFA konnte dies nicht länger ignorieren und bestrafte den mexikanischen Fußballverband mit einem Teilausschluss der Fans.
In der Nacht zum Samstag trat Mexiko in einem Testspiel gegen Ghana an. Im Estadio Cuauhtémoc in Puebla wurden einige Bereiche für den öffentlichen Verkauf gesperrt. „In Übereinstimmung mit dem Beschluss wurden einige Bereiche gemäß den von der FIFA und den Stadionbetreibern festgelegten Bestimmungen gesperrt“, erklärte der mexikanische Fußballverband.
Trotz des Teilausschlusses gelang es Mexiko, Ghana mit 2:0 zu besiegen. Obwohl die aktuellen Ergebnisse wenig Aussagekraft besitzen, da noch nicht alle Top-Spieler dabei sind, könnte der Sieg dennoch für Selbstvertrauen sorgen. Puebla gehört zusammen mit Mexiko-Stadt, Monterrey und Guadalajara zu den Austragungsorten des WM-Gastgebers.
Mexiko muss jedoch zunächst das Problem der Homophobie in den Griff bekommen. Sollten sich ähnliche Vorfälle während der WM wiederholen, drohen drastischere Strafen. Dies ist den Verantwortlichen bewusst: „Der mexikanische Fußballverband bekräftigt sein Engagement für die Beseitigung jeglichen diskriminierenden Verhaltens in Stadien.“
Um das Problem anzugehen, wird eine Kampagne ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Die Welle ja, der Ruf nein“ soll dafür gesorgt werden, dass die legendäre La-Ola-Welle, die vor 40 Jahren bei der WM in Mexiko entstand, anstelle der homophoben Rufe für Stimmung sorgt. Spieler aus dem damaligen WM-Kader werden bei der Vorstellung anwesend sein. In Mexiko hofft man, bald nur noch sportliche Schlagzeilen zu schreiben. (DaHee)