Frustrierende WM für Alphonso Davies als Kapitän Kanadas

Frustrierende WM für Alphonso Davies als Kapitän Kanadas

Für Alphonso Davies, den Außenverteidiger des FC Bayern München, verlief die WM 2026 als Kapitän der kanadischen Nationalmannschaft enttäuschend. Das vorzeitige Ausscheiden des Teams spiegelt diese Frustration wider.

Die Teilnahme am WM-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko war für den 25-Jährigen von Anfang an umstritten. Fünf Wochen vor dem Turnier zog sich Davies im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain (1:1) eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zu, was sogar zu Überlegungen führte, ob er bei der WM antreten könne. Nachdem Kanada im Achtelfinale ausschied, wird deutlich, dass seine Comeback-Bemühungen nicht den gewünschten Erfolg brachten.

Davies verpasste alle drei Gruppenspiele, da er aufgrund seiner Verletzung nicht am Teamtraining teilnehmen konnte. Im Auftaktspiel gegen Bosnien und Herzegowina (1:1) war er nicht im Kader. Beim historischen ersten Sieg Kanadas in einer WM-Endrunde gegen Katar (6:0) und in der 1:2-Niederlage gegen die Schweiz saß er lediglich auf der Bank, was eher als strategischer Bluff gegenüber den Gegnern interpretiert werden kann, als dass er ernsthaft für einen Einsatz in Betracht gezogen wurde.

Im Sechzehntelfinale feierte Davies schließlich sein Comeback, als er in der 75. Minute beim Stand von 0:0 gegen Südafrika eingewechselt wurde. Sofort zeigte er Präsenz, was dem Team einen Motivationsschub gab, und Kanada gewann die Partie durch ein spätes Tor von Stephen Eustaquio mit 1:0. Daher wurde erwartet, dass er im Achtelfinale gegen Marokko mehr Spielzeit erhalten würde.

Doch im Spiel gegen Marokko, das mit 0:3 endete und das WM-Aus für Kanada bedeutete, kam Davies erneut nicht zum Einsatz. Nach dem Spiel erklärte Trainer Jesse Marsch, dass Davies einen Rückschlag erlitten hatte: „Alphonso fühlte sich beim Training nicht gut, und ein MRT ergab, dass etwas nicht stimmte.“

Die gute Nachricht war, dass es keine ernsthafte Verletzung gab, aber sein Oberschenkelmuskel fühlte sich nicht richtig an. „Wir hofften, dass er heute aufwacht und sich besser fühlt, aber das war nicht der Fall. Deshalb wollten wir vorsichtig sein und kein Risiko eingehen“, fügte Marsch hinzu.

Dank des engen Austauschs zwischen den medizinischen Teams des kanadischen Verbands und des FC Bayern war bereits im Vorfeld klar, dass die Bayern-Ärzte über jeden Schritt informiert wurden. Nach einem Kreuzbandriss im März 2025 hatte es damals scharfe Kritik an den kanadischen Ärzten gegeben, was nun zu der Entscheidung führte, Davies nicht einzusetzen, wohl auch in Absprache mit dem FC Bayern.

Nach dem Spiel sprach Davies selbst von einer kleinen Verletzung: „Ich habe versucht, zu sehen, wie es läuft – vielleicht hätte ich ja reinkommen können, aber so eine Oberschenkelverletzung verschwindet nicht einfach über Nacht. Ich habe meine Sprints gemacht und bei jedem Schritt etwas gespürt“, erklärte der Bayern-Star.

Für den 25-Jährigen steht nun eine Auszeit an, gefolgt von der Rückkehr zu einem Fitnesslevel, das ihm ermöglicht, in der kommenden Saison wieder auf höchstem Niveau für den FC Bayern zu spielen. Neben den körperlichen Beschwerden scheint es auch ein mentales Problem zu geben, das dem sonst so fröhlichen Kanadier regelmäßig das Vertrauen in seinen eigenen Körper raubt.

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