Gerardo Seoane stärkt seine Glaubwürdigkeit bei Borussia Mönchengladbach
Mit seinen jüngsten Entscheidungen in Bezug auf die Kapitäns- und Torwartposition hat Gerardo Seoane an Glaubwürdigkeit gewonnen, kommentiert Reporter Florian Bajus.
Mönchengladbach – Seit zwei Jahren bemühen sich Teile des Fan-Umfelds von Borussia Mönchengladbach, eine positive Beziehung zu Gerardo Seoane aufzubauen. Am Ende der Saison 2023/24 forderten einige Fans sogar seine Entlassung, und auch am 34. Spieltag der Saison 2024/25 musste sich der Cheftrainer Pfiffen stellen. Die Vorwürfe gegen ihn waren vielfältig.
Mit zwei entscheidenden Maßnahmen hat Seoane jedoch einen Teil der Kritik entkräftet, seine Position gefestigt und an Glaubwürdigkeit zurückgewonnen. Zum einen ernannte der Schweizer Tim Kleindienst zum neuen Mannschaftskapitän und Rocco Reitz zu dessen Stellvertreter, während die bisherigen Spielführer Jonas Omlin und Julian Weigl abgesetzt wurden. Zudem wird Moritz Nicolas als Stammtorwart in die neue Saison gehen.
Omlin und Weigl waren für einige Fans ein Problem. Ihnen wurde nachgesagt, zu Seoanes „Lieblingen“ zu gehören, was ihnen eine unantastbare Stellung verlieh. Während Omlin nun auf der Bank sitzt und über einen Wechsel nachdenken könnte, bleibt auch bei Weigl unklar, ob er Teil der Stammelf bleibt.
Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2023 hat Seoane versucht, eine neue Leistungskultur zu etablieren. Der Begriff „Mehrarbeit“ war ein zentraler Punkt, den er zu Beginn der diesjährigen Vorbereitung betont hat. Mit Kleindienst und Reitz an der Spitze hat er nun ein Duo, das zu den wichtigsten Leistungsträgern des Kaders zählt und sowohl intern als auch extern großen Ehrgeiz verkörpert. Die beiden Kapitäne sollen und dürfen jetzt offiziell vorangehen.
Darüber hinaus kann man Seoane Glauben schenken, wenn er betont, an vielen Stellschrauben zu drehen, um das Team wieder auf den Erfolgskurs zu bringen. Vor einem Jahr entschied sich der Trainer für eine 4-2-3-1-Formation und setzte wichtige Impulse im Training. In diesem Jahr besetzt er den Mannschaftsrat überwiegend mit klaren Führungsfiguren.
Neben Kleindienst und Reitz gehört auch Philipp Sander dazu, der als Aufstiegskapitän von Holstein Kiel viel Verantwortung getragen hat und in seiner ersten Saison bei Gladbach bereits Akzente setzen konnte. Kevin Diks, neu im Team, bringt vom FC Kopenhagen nicht nur zahlreiche Titel, sondern auch eine Siegermentalität mit. Nico Elvedi, als dienstältester Feldspieler, ist zwar kein Lautsprecher, aber ein entscheidender Faktor in der Kabine.
Seoane hat eine Führungsebene etabliert, die diesen Titel verdient. Diese Entscheidung wird seit ihrer Bekanntgabe am Mittwoch von den Fans anerkannt. Vielleicht markiert dies den Beginn einer neuen Beziehung zwischen Trainer und Anhängerschaft.