Hamburger SV ohne Stefan Kuntz: Rücktritt des Sportvorstands

Hamburger SV ohne Stefan Kuntz: Rücktritt des Sportvorstands

Der Hamburger SV muss sich künftig ohne Stefan Kuntz orientieren. Der Europameister hat sein Amt als Sportvorstand niedergelegt. Wie wird es nun weitergehen beim HSV?

Hamburg – Der Hamburger SV steht vor einer Neuausrichtung auf Führungsebene. Stefan Kuntz ist aus „persönlichen Gründen“ von seinem Posten als Sportvorstand zurückgetreten. Der Europameister von 1996 hatte den traditionsreichen Verein im vergangenen Sommer nach sieben Jahren in der zweiten Liga zurück in die Bundesliga geführt.

Die Nachricht kam überraschend, da Kuntz und der Verein gut zusammengearbeitet hatten. Aufsichtsratschef Michael Papenfuss erklärte auf der vereinseigenen Homepage: „Wir entsprechen Stefans Wunsch nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung und seiner sofortigen Freistellung von seinen Aufgaben. Was die Gründe angeht, respektieren wir Stefans Wunsch nach Privatsphäre vollumfänglich.“

Doch wie wird es nach diesem Rückschlag für den HSV weitergehen, der jeden Punkt für den Klassenerhalt und möglicherweise auch weitere Verstärkungen im Winter benötigt? „Es ist eine Herausforderung und eine neue Situation, auf die wir jedoch vorbereitet sind. Prinzipiell gehört es zu unserem professionellen Selbstverständnis, auf mögliche Szenarien in gewisser Weise vorbereitet zu sein“, erklärte Papenfuss.

Der HSV sieht sich unter Vorstand Eric Huwer und einer starken Führungsriege gut aufgestellt. Sportdirektor Claus Costa hatte erst im November seinen Vertrag verlängert und ist eine der Schlüsselfiguren im Verein. Daher wird nach dem Rücktritt von Kuntz nicht sofort alles zusammenbrechen.

Die entstandene Vakanz wird „ohne Hektik und mit Verstand“ angegangen. Papenfuss möchte die Situation jedoch nicht unterschätzen: „Wir haben im Aufsichtsrat längst begonnen, uns auszutauschen, und werden eine Entscheidung treffen, wenn wir sie für den HSV für richtig halten.“

In Hamburg hat sich in den letzten Jahren Stabilität und Ruhe auf den wichtigen Positionen eingestellt. Kuntz' Vorgänger Jonas Boldt war fünf Jahre lang Sportvorstand beim HSV. Papenfuss und sein Team müssen nun die richtige Entscheidung treffen. Als Bundesliga-Standort ist der Verein jedoch wieder deutlich attraktiver geworden als noch vor drei oder vier Spielzeiten.

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