Ibrahim Maza: Der neue „Mazadona“ beim Afrika Cup
Ein ehemaliger Junioren-Nationalspieler des DFB hat sich für eine andere Nation entschieden. Nach herausragenden Leistungen beim Afrika Cup wird er bereits mit Diego Maradona verglichen.
Frankfurt – Während des laufenden Afrika Cups in Marokko zieht ein junger Deutscher, jedoch nicht im Trikot des DFB, die Aufmerksamkeit auf sich. Ibrahim Maza, das 20-jährige Offensivtalent von Bayer Leverkusen, spielt mittlerweile für die algerische Nationalmannschaft. Seine technisch versierte Spielweise begeistert die algerischen Fans, die ihn in Anlehnung an die Fußballlegende Diego Maradona bereits als „Mazadona“ feiern.
Maza hätte durchaus auch für Deutschland spielen können. Als Sohn eines algerischen Vaters und einer vietnamesischen Mutter durchlief er über Jahre die Nachwuchsteams des DFB. In seiner deutschen Bilanz stehen acht Einsätze für die U18, drei für die U19 und zwei für die U20. Doch im Oktober 2024 entschied sich der damals 19-Jährige bewusst für Algerien – eine Entscheidung, die nicht nur Bundestrainer Julian Nagelsmann überraschte.
Die Gründe für Mazas Wechsel sind pragmatischer Natur: „Ich wollte so früh wie möglich für eine A-Nationalmannschaft auflaufen können und an der Weltmeisterschaft teilnehmen“, erklärte er 2024 in einem Interview mit BILD. Bei Algerien sah er bessere Chancen auf Einsätze als in der deutschen Nationalmannschaft, wo mit Jamal Musiala und Florian Wirtz bereits zwei starke Spieler auf seiner Position spielen. Mazas Entscheidung fiel seiner Aussage nach aus „rein sportlichen“ Gründen.
Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich zwar verständnisvoll, konnte sich jedoch einen Seitenhieb aufgrund von Mazas Begründung nicht verkneifen: „Er ist ein sehr guter Spieler. Wir akzeptieren seine Entscheidung. (...) Es geht darum, ob ich stolz bin, für das Land zu spielen oder nicht. Und nicht darum, ob ein Musiala da spielt oder ein Wirtz.“
Was die deutsche Nationalmannschaft durch Mazas Verbandswechsel verpasst, demonstriert der Profi von Bayer Leverkusen eindrucksvoll beim Afrika Cup. Der gebürtige Berliner kam in allen drei Gruppenspielen zum Einsatz und bereitete zuletzt beim 3:1-Sieg gegen Äquatorialguinea ein Traumtor von Eintracht-Star Fares Chaibi vor, während er selbst einen weiteren Treffer erzielte.
Neben den Vergleichen mit Maradona loben auch die algerischen Medien Mazas „weltklasse Spielübersicht“ und seine „feine Technik“. Am 6. Januar steht für Algerien das Achtelfinale gegen die Demokratische Republik Kongo an, wo Maza voraussichtlich wieder in der Startelf stehen wird.