Immanuel Pherai: Kurzer Auftritt und Gelb-Rote Karte im Spiel gegen Köln
Immanuel Pherai sollte beim Auswärtsspiel in Köln für frischen Wind sorgen, musste jedoch kurz nach seiner Einwechslung das Spielfeld wieder verlassen.
Hamburg – In der 77. Minute wurde Pherai für Rayan Philippe eingewechselt. Knapp 90 Sekunden später erhielt er nach einem taktischen Foul die Gelbe Karte. Nur 42 Sekunden später kam es zu einem unglücklichen Zusammenprall mit Kristoffer Lund, was Schiedsrichter Daniel Schlager dazu brachte, die Gelb-Rote Karte zu zeigen. Kurz darauf schickte er auch Fábio Vieira vom Platz, nachdem dieser das Zeitspiel des Kölner Torhüters Marvin Schwäbe beanstandete.
Die Entscheidungen des Unparteiischen sorgten für Diskussionen und stellten gleichzeitig einen Rekord für die schnellste Gelb-Rote Karte in der Geschichte der Bundesliga auf. Einen Tag später äußerte sich Pherai zu seinem kurzen Auftritt. Die schnelle Verwarnung hielt er für „nachvollziehbar“, bezeichnete jedoch die zweite Gelbe Karte als „absolut bitter“. „Ich habe gesehen, dass der Kopfball des Kölner Abwehrspielers zu kurz kommt und ich eine Chance habe, an den Ball zu kommen, rutsche dann aber direkt vor meinem Gegenspieler auf dem rutschigen Boden aus und lande in seinen Beinen“, erklärte er.
Pherai betonte, dass er den Zusammenstoß nicht verhindern konnte. „Der Spieler geht mit hoher Intensität in den Zweikampf, spielt nicht den Ball und grätscht mit hohem Tempo in die Beine seines Gegenspielers“, begründete Schlager seine Entscheidung im DAZN-Interview. Pherai zeigte Verständnis: „Ich habe heute Morgen die Fernsehbilder gesehen und muss sagen, dass es nach einem heftigen Zusammenstoß aussieht.“
Er stellte jedoch klar, dass sein Rutschen die Ursache des Vorfalls war. In den Annalen der Bundesliga ist Pherais Name nun vermerkt. „Das ist echte Scheiße“, sagte er in Bezug auf seinen unfreiwilligen Rekord. Noch schlimmer empfindet er jedoch die Sperre für das Heimspiel gegen Borussia Dortmund – nicht nur wegen des Wiedersehens mit seinem Ex-Klub, sondern auch, weil es bereits das achte verpasste Pflichtspiel der Saison ist.
Pherai, der zwischen 2018 und 2022 im Nachwuchs sowie in der Drittliga-Mannschaft des BVB aktiv war, verpasste die gesamte Sommervorbereitung und die ersten Bundesliga-Partien verletzungsbedingt. Nach starken Leistungen bei der U21 spielte er sich jedoch zurück in den Fokus von Merlin Polzin, der seine Leistungssteigerung mit regelmäßigen Einwechslungen belohnte. Nun muss sich der Spieler, der schon in der Vorsaison Schwierigkeiten hatte, erneut hinten anstellen.