Jamal Musiala feiert beeindruckende Rückkehr nach Verletzung
Jamal Musiala kehrt zurück – und wie. 297 Tage nach dem erschütternden Moment mit PSG präsentiert der Bayern-Star beeindruckende Zahlen, die kaum zu fassen sind.
Paris – Es gibt Augenblicke im Fußball, die sich ins kollektive Gedächtnis einprägen. Der 5. Juli 2025 in Atlanta gehört dazu: Jamal Musiala, mit einem schwer verletzten Bein, der Zusammenstoß mit dem damaligen PSG-Keeper Gianluigi Donnarumma, und das Viertelfinal-Aus des FC Bayern bei der Klub-WM. „Diese Bilder werde ich mir auf keinen Fall mehr anschauen“, erklärte Musiala über die Ereignisse jenes Abends. Es folgten Monate voller Rückschläge. Doch jetzt, 297 Tage später, schließt sich der Kreis – im Prinzenpark, gegen genau jenen Gegner.
Wer die Opta-Zahlen analysiert, wird erstaunt sein. In der laufenden Saison 2025/26 ist Musiala alle 68 Minuten direkt an einem Tor beteiligt – nur Harry Kane (alle 60 Minuten) hat einen besseren Wert im Bayern-Kader. Zum Vergleich: In der Vorsaison lag dieser Wert noch bei 125 Minuten. Noch beeindruckender ist, dass Musiala in seinen bisher 750 Pflichtspielminuten und 18 Spielen bereits sechs Tore vorbereitet hat – in der gesamten Spielzeit 2024/25 waren es in 2868 Minuten nur fünf Vorlagen.
Zusätzlich übertrifft er seine Vorjahreswerte bei Schüssen pro 90 Minuten (4,1 statt 3,4) und Strafraumaktionen pro 90 Minuten (9,8 statt 9,4) deutlich. Einzig bei den Dribblings und der Zweikampfquote liegt er noch leicht unter den Werten der Vorsaison – kleine Schönheitsfehler in einer ansonsten bemerkenswerten Rückkehr.
Hinzu kommen persönliche Rekorde: Musiala war zuletzt in fünf Pflichtspielen in Folge direkt an einem Tor beteiligt (zwei Tore, vier Assists) – ein persönlicher Bestwert, den er zuvor nur einmal, im Sommer 2022, erreicht hatte. Erstmals gelang es ihm, in vier Pflichtspielen hintereinander mindestens einen Assist für den Rekordmeister zu erzielen. In den letzten drei Bundesliga-Spieltagen war kein Spieler ligaweit direkter an mehr Toren beteiligt als der 23-Jährige.
Besonders interessant im Hinblick auf das PSG-Duell: In der laufenden Champions-League-Saison war Musiala alle 52 Minuten direkt an einem Tor beteiligt – der drittbeste Wert unter allen Spielern mit mindestens 150 Einsatzminuten in diesem Wettbewerb, nur hinter PSVs Couhaib Driouech (alle 38 Minuten) und Juventus‘ Dušan Vlahović (alle 48 Minuten). Zudem stellte er beim Viertelfinal-Sieg gegen Real Madrid einen Rekord auf, indem er als jüngster deutscher Spieler sein 50. Champions-League-Spiel bestritt und damit die bisherige Bestmarke seines ehemaligen Teamkollegen Thomas Müller unterbot.
Bayern-Sportvorstand Max Eberl äußert sich begeistert: „Es war ein langer Weg für Jamal. Das Schöne ist: Er wirkt körperlich sogar noch robuster. Er ist auf dem Weg, wieder der Alte zu werden. Das hilft uns beim FC Bayern, aber es hilft auch dem deutschen Fußball“, sagte Eberl im ZDF-Sportstudio mit Blick auf die WM im Sommer.
Trainer Vincent Kompany, der in seiner Aufstellung gegen PSG für Überraschungen sorgen könnte, stimmte nach dem dramatischen 4:3 in Mainz, in dem Musiala als Einwechselspieler zum Gamechanger wurde, in den Chor ein: „Dieser Jubel, dieses Lachen – wenn ein Offensivspieler das hat, dann ist alles gelöst, dann ist alles in Ordnung.“ Musiala selbst betonte: „Wir brauchen dieses Gefühl und diese Mentalität, wenn wir noch mehr gewinnen wollen.“
297 Tage nach dem Schock von Atlanta trifft Musiala im Prinzenpark wieder auf den Gegner, der mit dem schlimmsten Moment seiner Karriere verbunden ist. Die Zahlen sprechen für ihn, die Stimmung ebenfalls. Ob er dort endgültig zu seinem besten Selbst zurückfindet, entscheidet sich am Dienstagabend in Paris (21 Uhr, alle TV-Infos) und acht Tage später in München. Einige Wochen vor der WM könnte dies der perfekte Zeitpunkt sein.