Jamal Musiala feiert Comeback bei Bayern München
FC Bayern Münchens Jamal Musiala hat in Leipzig endlich sein Comeback gefeiert. Cheftrainer Vincent Kompany verfolgt nun einen speziellen Plan für ihn.
München – Das Bundesliga-Topspiel zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig (5:1) sorgte für zahlreiche Schlagzeilen. Nach einem Rückstand zur Halbzeit spielte der Rekordmeister den Tabellen-Dritten im eigenen Stadion regelrecht an die Wand. Aus dem starken Münchner Kollektiv nach der Pause stachen insbesondere Manuel Neuer und Michael Olise hervor. Der fünfmalige Welttorhüter sorgte mit seinen Weltklasseparaden erneut für Diskussionen über seine WM-Nominierung, während der 24-jährige Franzose nun als Kandidat für die Wahl zum Weltfußballer gilt. Der emotionale Höhepunkt war jedoch ein anderer.
Als Jamal Musiala in der 87. Minute bei einem Stand von 4:1 für Serge Gnabry eingewechselt wurde, strahlte er mit seinen Teamkollegen um die Wette. Über sieben Monate nach seiner schweren Unterschenkelverletzung, die er bei der Klub-WM in den USA erlitten hatte, betrat er zum ersten Mal wieder den Rasen bei einem Pflichtspiel des FC Bayern.
Für den 22-Jährigen war es zudem der erste Bundesliga-Einsatz seit April, als er sich beim 3:1-Sieg gegen den FC Augsburg einen Muskelbündelriss zugezogen hatte. Diese Verletzung hatte ihn bis zum Saisonfinale in den entscheidenden Champions-League-Spielen außer Gefecht gesetzt. Umso größer war die Freude in Leipzig, als er nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung mit einem feinen Pass das 5:1 von Michael Olise vorbereitete. Auf dem Rasen wurde der Assist-Geber euphorisch gefeiert.
Der kicker berichtet jedoch, dass Cheftrainer Vincent Kompany auch nach diesem gelungenen Comeback einen klaren Plan für Musiala hat. Der Belgier dämpfte jede Form von Euphorie und betonte, dass Musiala weiterhin behutsam aufgebaut werden müsse. „Es war eine bittere Geschichte, wie das in Amerika passiert ist, ein Trauma für die gesamte Mannschaft. Der Junge hat lange gekämpft“, so Kompany nach dem Spiel. Außerdem wies der 39-Jährige darauf hin, dass Musiala intensiv an seiner körperlichen Fitness gearbeitet habe.
Der Trainer nimmt jeglichen Druck von seinem Spielmacher: „Er hat im Moment keinen Druck, soll es genießen und fit werden. Im Februar und März hoffen wir, dass er zum richtigen Zeitpunkt in Bestform ist“, erklärte Kompany. Eine Rückkehr in die Startelf sei kurzfristig kein Thema; es gehe vielmehr darum, Musiala wieder an den Rhythmus heranzuführen.
Kompanys mittelfristige Denkweise wird durch die herausragenden Leistungen von Musialas Mitspielern unterstützt, die es ermöglichen, nicht nur bis zum nächsten Spieltag, sondern auch auf die entscheidenden Monate der Saison zu blicken. Dennoch ist die Freude der Teamkollegen über die Rückkehr des Nationalspielers deutlich spürbar. Aleksandar Pavlović sagte stellvertretend: „Wir haben ihn jeden Tag gesehen, wie er ackert und kämpft, um schnell zurückzukehren. Er ist ein herausragender Weltklassespieler. Wir freuen uns, dass er wieder da ist und dass wir wieder mit ihm spielen können.“
Auch FCB-Sportvorstand Max Eberl unterstützt den vorsichtigen Ansatz: „Im Januar Minuten sammeln, Spaß haben und in den wichtigen Phasen da sein“, formulierte er die Marschroute. Mit Blick auf die K.o.-Spiele in der Champions League und dem DFB-Pokal soll Musiala dann wieder in Bestform zur Verfügung stehen.