Jérôme Boateng spricht über Konflikte beim FC Bayern
Jérôme Boateng spielte von 2011 bis 2021 für den FC Bayern München und hatte während seiner Zeit im Verein gelegentlich Konflikte mit den Klub-Bossen. Der 37-Jährige hat nun einige Details zu diesen Auseinandersetzungen preisgegeben.
In der Saison 2016/17 erlitt der FC Bayern in der Gruppenphase der Champions League eine Niederlage gegen den FK Rostow mit 2:3. Der damalige Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich anschließend bei Sky verärgert über die schwache Leistung von Abwehrspieler Jérôme Boateng. Seine markante Aussage lautete:
„Jérôme muss mal wieder etwas zur Ruhe kommen. Das ist mir schon seit Sommer etwas zu viel. Es wäre in seinem Sinne und in dem des Klubs, wenn er mal wieder back to earth kommen würde.“ Daraufhin reagierte Boateng mit den Worten: „Über die Aussagen kann ich nur lachen. Nächstes Mal kann er es mir persönlich ins Gesicht sagen.“
In der neuen ARD-Dokumentation „Being Jérôme Boateng“ geht der Weltmeister und Champions-League-Sieger auf die damaligen Vorfälle ein. Boateng erklärt: „Das ist vielleicht auch ein bisschen der Berliner in mir. Dass ich da trotzig und frech antworte. Es ging aber nicht um die Aussage. Jeder kann seine Meinung kundtun.“ Vielmehr hätte er sich gewünscht, dass die Kritik auf einem anderen Weg geäußert worden wäre. „Ich war zwei, drei Tage vor dem Spiel selbst bei ihm im Büro. Vorher wurde immer kommuniziert: Kritik gerne intern, aber nicht in der Öffentlichkeit.“
Boateng fühlte sich durch Rummenigges öffentliche Äußerungen an den Pranger gestellt, obwohl der Klub betont hatte, Konflikte intern zu klären. Letztendlich legte sich der Konflikt mit Rummenigge wieder. Der FC Bayern wurde in der Saison erneut deutscher Meister und erreichte in der Königsklasse das Viertelfinale, wo sie in einem epischen Kampf gegen den späteren Champions-League-Sieger Real Madrid in der Verlängerung ausschieden. Erst vier Jahre später, im Jahr 2021, verließ Boateng den FC Bayern. In der Doku gesteht er, dass dieser Abschied für ihn schmerzhaft war.