Julian Weigl: Abschied von Borussia Mönchengladbach?
Julian Weigl steht möglicherweise vor einem Abschied von Borussia Mönchengladbach. Der Sport-Geschäftsführer Roland Virkus äußerte sich am Mittwochabend zu den aktuellen Spekulationen.
In nur einer Woche hat sich Weigl von einem unverzichtbaren Spieler zu einem potenziellen Abgangskandidaten entwickelt. Der Mittelfeldspieler hatte sich frühzeitig von seinem Kapitänsamt zurückgezogen und sieht sich nun einem intensiven Konkurrenzkampf ausgesetzt, seit er 2022 an den Niederrhein gewechselt ist.
Sein Verbleib auf der Bank während des DFB-Pokalspiels gegen Atlas Delmenhorst hat Gerüchte über einen schnellen Transfer, möglicherweise nach Saudi-Arabien, angeheizt. Auf dem Fußballgipfel der Rheinischen Post am Mittwochabend sprach Virkus über diese Spekulationen und ließ dabei die Möglichkeit eines Wechsels offen.
Virkus betonte, dass der Verein Weigl halten möchte: „Wir wollen Julian nicht abgeben. Ich weiß, dass es Gerüchte gibt, das ist im Fußball normal.“ Der 29-Jährige müsse sich jedoch dem Konkurrenzkampf stellen, was er akzeptiert habe, so Virkus. „Er will wieder in die Mannschaft, und das ist genau das, was wir wollen.“
In Video-Interviews nach der Veranstaltung klang jedoch nicht die feste Absicht durch, Weigl um jeden Preis zu halten. „Im Leben ist kein Mensch unverkäuflich, auch Julian Weigl nicht“, stellte Virkus klar.
Virkus erklärte, dass man „miteinander und nicht übereinander“ über Weigls Situation sprechen wolle. „Das klären wir intern“, fügte er hinzu. „Es ist logisch, dass Julian mit der Situation unzufrieden ist. Das muss man erörtern und dann schauen, was letztendlich passiert.“ Ähnlich äußerte sich der 58-Jährige kürzlich über Jonas Omlin, der zur Nummer zwei im Tor degradiert wurde.
Was bedeuten diese Aussagen konkret? Weigl steht bei Gladbach keineswegs auf der Abschussliste, jedoch könnte der Klub bei einem passenden Angebot eine vorzeitige Trennung in Betracht ziehen. Weigl gehört vermutlich zu den Spitzenverdienern im Kader, und im zentralen Mittelfeld gibt es ein Überangebot. Ein potenzieller Konflikt könnte somit frühzeitig vermieden werden.
Dennoch steht Borussia Mönchengladbach nicht unter Druck. Der Verein kann es sich leisten, bei einer möglichen Ablöseforderung zu verhandeln, falls ernsthafte Interessenten für Weigl auftauchen. Ähnlich verhielt es sich beim Transfer von Ko Itakura zu Ajax Amsterdam, nachdem der Wunschneuzugang Shuto Machino bereits nach dem Abgang von Alassane Pléa (PSV Eindhoven) verpflichtet worden war.
Weigl könnte Gladbach also verlassen, obwohl er sich im Trainingslager am Tegernsee noch zum VfL bekannt hatte. Sollte er jedoch weiterhin in der Hierarchie zurückfallen und sich eine attraktive Alternative ergeben, wäre es für sowohl den Klub als auch den Spieler legitim, über einen Transfer nachzudenken. Jetzt bleibt abzuwarten, ob es in der Angelegenheit Weigl zu Veränderungen kommt.