Jürgen Klinsmann als möglicher Trainer für Tottenham Hotspur

Jürgen Klinsmann als möglicher Trainer für Tottenham Hotspur

Der ehemalige DFB- und Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann strebt eine Rückkehr auf die Trainerbank an – ausgerechnet bei seinem früheren Klub Tottenham Hotspur, der sich in einer schweren Krise befindet.

Frankfurt – Tottenham Hotspur erlebt eine der größten Krisen in der Vereinsgeschichte. In der Premier League wartet der Londoner Traditionsklub seit elf Spielen auf einen Sieg (Stand: 13. März) und nur ein Punkt trennt die Spurs von einem Abstiegsplatz. Mitte Februar wurde Thomas Frank durch Igor Tudor ersetzt, doch auch unter dem Kroaten geht es bislang weiter bergab.

In vier Pflichtspielen gab es vier Niederlagen und insgesamt 14 Gegentore. Der Tiefpunkt war das jüngste 2:5-Debakel in der Champions League gegen Atlético Madrid, bei dem Torwart Antonin Kinsky bereits nach 17 Minuten ausgewechselt werden musste. Auch Randal Kolo Muani, der Rekordverkauf von Eintracht Frankfurt, ist mitten in dieser Krise.

Trotz der chaotischen Situation bringt sich nun der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann als potenzieller neuer Trainer der Spurs ins Gespräch. Der 61-Jährige äußerte in einem Interview mit ESPN seine Bereitschaft: „Wer würde diesen Job nicht wollen? Es ist Tottenham.“ Klinsmann, der in 68 Spielen für die Spurs 38 Tore erzielte, genießt bis heute Legendenstatus an der White Hart Lane.

Klinsmann skizzierte, welche Eigenschaften der neue Trainer mitbringen sollte, um Tottenham wieder auf Kurs zu bringen: „Egal, wen man auswählt, man braucht jemanden, der emotional mit allen eine Verbindung aufbauen kann, der den Verein kennt, der den Verein fühlt, der die Menschen fühlt.“ Aufgrund seiner Vergangenheit im Klub bringt der Weltmeister von 1990 diese Eigenschaften mit. Seit seiner Entlassung als Nationaltrainer Südkoreas im Februar 2024 ist Klinsmann ohne Job.

Als Spurs-Coach würde Klinsmann jedoch nicht zunächst auf taktische Finessen setzen. Vielmehr müsse Tottenham im Abstiegskampf eine völlig andere Mentalität zeigen. „Um aus diesem Schlamassel herauszukommen, müssen sie einen Kampfgeist entwickeln, einen wirklich bösen, hässlichen Kampfgeist, und das geht nur über die Emotionen“, erklärte Klinsmann.

Klinsmanns Bilanz als Vereinstrainer ist gemischt. Beim FC Bayern München wurde er 2009 nach wenigen Monaten entlassen, und sein kurzfristiges Engagement bei Hertha BSC 2020 endete ebenfalls unrühmlich. Auf der anderen Seite führte er Deutschland als Bundestrainer beim Sommermärchen 2006 auf den dritten Platz. Ob seine Fähigkeiten ausreichen, um den ambitionierten Premier-League-Klub zu retten, bleibt abzuwarten.

Laut ESPN gilt Sean Dyche derzeit als Favorit auf die Nachfolge von Tudor. Auch die ehemaligen Spurs-Größen Glenn Hoddle und Harry Redknapp stehen auf einer Shortlist. Klar ist: Es droht der erste Abstieg der Spurs seit 1977 und der allererste in der Geschichte der Premier League.

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