Jürgen Klinsmann und die Diskussion um Harry Kane

Jürgen Klinsmann und die Diskussion um Harry Kane

Jürgen Klinsmann zählt zu den großen Legenden des FC Bayern München und verfolgt besonders interessiert den Werdegang des Stürmerstars Harry Kane. Wie fällt sein Fazit aus?

München – Bei diesem Jahr’s Legends Cup, der auch von Arjen Robben besucht wurde, trafen sich zahlreiche ehemalige Topspieler des FC Bayern, um für einen guten Zweck zu kicken. Der Erlös des Turniers kommt der Franz-Beckenbauer-Stiftung zugute. Auch Jürgen Klinsmann stattete München einen Besuch ab und freute sich über seine Rückkehr an die Isar.

Der 61-Jährige scherzte mit Lothar Matthäus und bewies auf dem Platz, dass er seinen Torinstinkt nicht verloren hat. Seit zweieinhalb Jahren ist Harry Kane dafür verantwortlich, den FC Bayern mit seinen Toren an die Spitze zu führen. Kürzlich gab es jedoch leise Kritik an dem Engländer, da Sky-Experte Didi Hamann seine aufopferungsvolle Arbeit in der eigenen Hälfte in Frage stellte.

„Als Trainer und Bayern-Fan würde mir das ein wenig Sorge bereiten, wie er spielt, denn das ist nicht seine Aufgabe. Ich habe selbst mit Topstürmern gespielt, die ihre eigene Hälfte ganz selten betreten haben“, äußerte Hamann in einem Interview mit der Abendzeitung. Ob er damit auch Jürgen Klinsmann meinte? Gut möglich.

Im Rahmen des Legends Cups bemerkte der ehemalige US-Nationaltrainer: „Wenn ich das früher gemacht hätte, zurückzukommen und die Bälle zu verteilen, hätte mich Lothar Matthäus vom Platz gefegt.“ Während viele Mittelstürmer es vermeiden, tief in die eigene Hälfte zurückzufallen, scheint dies für Kane eine Selbstverständlichkeit zu sein.

Mit 21 Toren steht Kane derzeit in der Bundesliga, und seine Statistiken leiden nicht unter seinem mannschaftsdienlichen Spielstil. Dennoch bleibt Hamanns Kritik nicht ohne Wirkung. „Ich weiß nicht, ob es dem Trainer gefällt. Mir gefällt es nicht. Wenn du Arsenal, Paris, Liverpool oder Real schlagen willst, brauchst du Kane ganz vorne, um die Tore zu schießen“, so Hamann weiter.

Der 32-Jährige wirkt derzeit nicht so, als würde ihn sein hohes Laufpensum belasten. Im Gegenteil, die Räume, die er schafft, werden von seinen Mitspielern eindrucksvoll genutzt. Beim jüngsten 5:1-Sieg gegen RB Leipzig trafen fünf verschiedene Spieler, darunter auch Kane. Jürgen Klinsmann hat mit dem FC Bayern nie die Champions League gewonnen. Sollte Harry Kane dieses Kunststück gelingen, könnte Didi Hamanns Kritik schnell verstummen.

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