Karl-Heinz Rummenigge warnt vor Gehaltssteigerungen im Fußball

Karl-Heinz Rummenigge warnt vor Gehaltssteigerungen im Fußball

Die steigenden Gehälter und die wachsende Macht der Spieler sowie ihrer Berater bereiten Karl-Heinz Rummenigge, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München, zunehmend Sorgen. In einem Interview mit dem kicker richtet er einen Appell an die Vereine.

Rummenigge, der heute im Aufsichtsrat des FC Bayern sitzt, äußert: „Es gibt fast nur noch eine Richtung: nach oben. Nicht nur beim FC Bayern, sondern im gesamten Fußball.“ Seine Bedenken richten sich insbesondere gegen die zunehmende Einflussnahme von Beratern und Agenten: „Die Macht der Berater und Spieler sehe ich kritisch.“

In der Regel erhalten Spielerberater bei neuen Verträgen und Vertragsverlängerungen hohe Honorare, die jedoch nicht von den Spielern, sondern von den Vereinen gezahlt werden. Dies führt zu einem explosionsartigen Anstieg der Gesamtkosten, zu dem auch die mittlerweile üblichen Handgelder für ablösefreie Spieler und deren Berater beitragen.

„Die Berater und Spieler müssen sich ihrer Grenzen bewusst sein. Diese Grenzen dürfen nicht verschoben werden, sonst gerät das gesamte System ins Wanken. Diese Entwicklung sehe ich mit Sorge“, so Rummenigge.

Deshalb fordert der ehemalige Weltklassestürmer und Europameister von 1980: „Die Klubs dürfen sich nicht alles gefallen lassen. Man muss konsequent sein.“ Der FC Bayern sei „mit dieser Haltung immer gut gefahren“. Rummenigge betont, dass es in solchen Fällen Mut zur Machtprobe brauche: „Wenn ein Spieler meint, sich danebenbenehmen zu müssen, muss man auch bereit sein, klare Positionen zu beziehen.“ Dabei verweist er auf die seltenen Fälle von streikenden Spielern beim FC Bayern.

Die Entwicklung der Ablösesummen im Profifußball sieht Rummenigge hingegen als weniger problematisch an, solange man sie „im Kontext der Klubumsätze“ betrachtet. Das größere Problem seien die Gehaltssprünge: „Auch wir beim FC Bayern zahlen zum Teil zu hohe Gehälter für den geleisteten Gegenwert.“ Dies sei mittlerweile ein ständiges Diskussionsthema beim Rekordmeister.

Überraschend sieht Rummenigge in dem Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain ein positives Beispiel. PSG habe gezeigt, dass eine Rückkehr zu vernünftigen Gehältern möglich sei: „Man hat sich bewusst von der teuersten Gehaltsstruktur in Europa verabschiedet – Messi, Neymar, Mbappé sind alle weg – und dennoch wurde erstmals der ganz große internationale Titel geholt. Das zeigt: Auch mit klugen, nachhaltigen Investitionen kann man sportlich erfolgreich sein“, schlussfolgert der 69-Jährige.

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