Kaua Santos: Eintracht Frankfurts junger Torhüter im Fokus
Frankfurt – Bei Eintracht Frankfurt steht Kaua Santos im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sein Torwarttrainer Jan Zimmermann hat sich entschieden hinter den jungen Brasilianer gestellt.
In der Partie gegen den VfB Stuttgart, die mit 2:3 endete, hatte die Eintracht zunächst alles im Griff. Die Stuttgarter konnten keine echte Torchance erarbeiten, während die Hessen defensiv stark agierten. Doch als Maximilian Mittelstädt einen harmlosen Ball in die Mitte flankte, verließ Santos seinen Kasten, um den hohen Ball zu fangen. Die Kommunikation mit Aurèle Amenda funktionierte jedoch nicht optimal, und der Schweizer, leicht gedrängt von Deniz Undav, stieg zum Kopfball. Santos ließ den Ball fallen, was Emerdin Demirovic die Gelegenheit zum Ausgleich gab. Der VfB drehte die Partie schnell und gewann am Ende verdient. Obwohl Santos sich im zweiten Durchgang steigerte, konnte er keine Punkte mehr retten.
Jan Zimmermann, der seit Januar 2020 als Torwarttrainer für die Eintracht tätig ist, erläuterte die Situation des erst 22-jährigen Schlussmanns: „In kürzester Zeit ist viel passiert. Zu Beginn gab es einen großen Hype um ihn, gefolgt von einer schweren Verletzung. Das ist für einen jungen Spieler äußerst herausfordernd.“
Kaua Santos befindet sich in einer frühen Phase seiner Karriere, in der er bereits im Fokus eines deutschen Spitzenvereins steht. „Nicht viele Spieler schaffen es in diesem Alter, sich durchzusetzen. Er ist ein Torhüter, der noch keine 100 Bundesligaspiele absolviert hat und daher auch noch nicht über die nötige Erfahrung verfügt“, betonte Zimmermann.
Trotz einer Kreuzbandverletzung, die er im April in der Europa League gegen die Tottenham Hotspur erlitt, kehrte Santos fünf Monate später gegen Union Berlin zurück. In einem Interview hatte er angekündigt, der beste Torhüter der Welt werden zu wollen. Nachdem Kevin Trapp den Verein in Richtung Paris verließ, kam Michael Zetterer von Werder Bremen.
Die Position des Torwarts war damit stark umkämpft. Im September fiel schließlich die Entscheidung zugunsten von Santos, der von Sportvorstand Markus Krösche offiziell als Nummer 1 bezeichnet wurde. Nach fünf Spielen und 18 Gegentoren, darunter zwei Fehler, wurde jedoch die Entscheidung revidiert. Trainer Dino Toppmöller setzte den soliden Zetterer wieder ins Tor. Santos sollte sich Zeit nehmen, um sich zu sammeln, da der Druck auf ihn und den Verein zu groß geworden war.
Nach dem Jahreswechsel absolvierte Santos sein 14. Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund, das 3:3 endete. Trotz der drei Gegentore wurde ihm eine ordentliche bis gute Leistung attestiert. Zimmermann lobte seine Ausstrahlung: „Kaua hatte eine sehr gute Präsenz. Man muss sich in seine Lage versetzen. Jeder, der gehört hat, dass er spielt, war gespannt auf seine Leistung. Er hatte viel Druck!“
Es ist eine Herausforderung, in die Fußstapfen eines Vereinsikons wie Kevin Trapp zu treten. Der Geduldsfaden der Öffentlichkeit ist kurz, und jeder Fehler hat schwerwiegende Konsequenzen. Wenn ein Torhüter patzt, führt dies in der Regel zu einem Gegentor. Zimmermann äußerte sich positiv über den zweiten Durchgang in Stuttgart: „Dass Kaua so aus der Kabine kommt, spricht für seine Persönlichkeit und mentale Verfassung.“
Zimmermann erinnerte an die Anfänge von Manuel Neuer bei Schalke 04 und Noah Atubolu beim SC Freiburg. Er hofft, dass Santos an die zweite Halbzeit gegen den VfB anknüpfen kann. Der Brasilianer muss jedoch weiterhin an seiner Risikoabwägung und Konzentration arbeiten. Die Eintracht wünscht sich einen mutig agierenden Torhüter und sieht in Santos nach wie vor großes Potenzial.
Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass in den kommenden Wochen fehlerfreie Leistungen erforderlich sind, um das Vertrauen der Mitspieler und der Öffentlichkeit in die Fähigkeiten des 1,96 Meter großen Torhüters zurückzugewinnen. Aktuell gibt es in Teilen des Umfelds erhebliche Zweifel an seinen Fähigkeiten. Zimmermann bleibt jedoch fest überzeugt von seinem Talent.