Kevin Stöger: Ein Blick auf seine wechselhafte Karriere im Profifußball
Kevin Stöger von Borussia Mönchengladbach hat im Laufe seiner Karriere erfahren müssen, dass Glück im Profifußball eine entscheidende Rolle spielt.
Mönchengladbach – Bei Transfers spielen neben Ablösesummen und Gehältern oft auch das richtige Timing und unvorhergesehene Gelegenheiten eine große Rolle. Manchmal öffnet sich eine Tür, mit der man nicht gerechnet hat, während sich in anderen Fällen der Weg für einen Deal zu ebnen scheint, nur um dann von unüberwindbaren Hindernissen blockiert zu werden. So erging es Stöger einige Jahre vor seinem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach.
Der 32-jährige Österreicher hat in Deutschland für mehrere Clubs gespielt, darunter den VfB Stuttgart, 1. FC Kaiserslautern, SC Paderborn, VfL Bochum, Fortuna Düsseldorf, Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach. Die meisten seiner Transfers erfolgten ablösefrei, während nur Stuttgart von der Leihe nach Kaiserslautern für 300.000 Euro und dem Verkauf an Paderborn für eine Million Euro profitierte.
„Meine Frau und ich haben festgestellt, dass wir ständige Veränderungen brauchen. Ich bin anpassungsfähig und finde mich in neuen Vereinen und Städten gut zurecht“, sagt Stöger im Interview mit 11Freunde über seine zahlreichen Transfers. Ein Traum bleibt für den österreichischen Nationalspieler jedoch bis heute unerfüllt.
Im Jahr 2020 entschied Stöger, das Kapitel Fortuna Düsseldorf zu schließen. Die Rheinländer waren unter Uwe Rösler als Tabellen-17. in die 2. Bundesliga abgestiegen, was für Stöger keine Option mehr war. Plötzlich ergab sich die Möglichkeit eines Wechsels in die Premier League, als Brighton & Hove Albion Interesse zeigte.
„Nach meiner zweiten Saison in der Bundesliga mit Düsseldorf lagen einige Angebote auf dem Tisch, aber ich habe allen abgesagt. Für mich stand fest: Ich will in die Premier League“, erinnert sich Stöger, der sich bereits mit den Seagulls auf einen Deal verständigt hatte. Dieser wurde jedoch nie finalisiert, da eine entscheidende Bedingung nicht erfüllt wurde.
„Brighton musste zuerst einen bestimmten Spieler verkaufen. Ich habe also gewartet. Als das Transferfenster dann schloss, hatten sie den Spieler immer noch nicht verkauft – und zogen das Angebot für mich zurück“, erzählt Stöger. „Plötzlich war ich vereinslos, und das mit 27 Jahren.“ Über drei Monate wartete er, bis Mainz 05 anklopfte und ihm die Möglichkeit gab, in der Bundesliga weiterzuspielen.
Stögers gesamte Profi-Karriere hat er in Deutschland verbracht. Mit Brighton hätte er sich einem Club anschließen können, der sich durch datenbasiertes Scouting in der Premier League etabliert hat und regelmäßig hohe Transfergewinne erzielt. Dies hätte einen Wendepunkt in seiner Karriere darstellen können – und möglicherweise wäre Stöger später nie in Gladbach gelandet.