Kevin Stöger: Schwankende Leistungen im Bundesliga-Auftakt
Im Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem Hamburger SV erlebte Kevin Stöger einen Sonntag, den er so schnell nicht wiederholen möchte.
Der Abgang von Alassane Pléa bietet Kevin Stöger eine bedeutende Chance. Der Österreicher hat die Möglichkeit, in seinem zweiten Jahr bei Borussia Mönchengladbach zur Stammkraft aufzusteigen, nachdem er in der vergangenen Saison häufig die zweite Wahl hinter Plea war. Allerdings waren seine Leistungen in den ersten beiden Saisonspielen wechselhaft.
Beim 3:2-Sieg im DFB-Pokal gegen den Oberligisten Atlas Delmenhorst übernahm Stöger die Verantwortung und trug mit zwei Torvorlagen entscheidend zum Weiterkommen bei. Auch während der Vorbereitung konnte der Kreativspieler überzeugen. Im Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV jedoch zeigte Stöger ein anderes Gesicht.
Stögers Spielweise wird seit seinem Wechsel vom VfL Bochum an den Niederrhein von Genie und Wahnsinn geprägt. In der Rückrunde der letzten Saison erlebte der Routinier seine beste Phase, in der er das Spielgeschehen maßgeblich beeinflusste. Doch sobald Borussia Mönchengladbach schwächelt oder er neues Selbstvertrauen tanken möchte, fällt er negativ auf.
Das Heimspiel gegen den HSV ist ein Beispiel für Stögers Unbeständigkeit. In einer zähen Partie versuchte er, die Torgefahr zu erhöhen, scheiterte jedoch an seinem Vorhaben. Bei einer Ecke wurde Philipp Sander, der außerhalb des Strafraums postiert war, angespielt, doch die Flanke erreichte ihn nicht.
Nach einer hohen Balleroberung lupfte Stöger den Ball weit über das Tor, da Daniel Heuer Fernandes etwas zu weit herausgerückt war. Wenige Minuten später versuchte er, den Ball im Hamburger Strafraum durch die Beine seines Gegenspielers zu spielen, entschied sich jedoch aufgrund seiner linken Fußstellung gegen einen Abschluss und spielte einen misslungenen Hackentrick auf Haris Tabaković.
Die Auswechslung für Florian Neuhaus nach 66 Minuten war nicht nur aufgrund dieser Szenen keine Überraschung. Stöger hatte lediglich 48 Ballkontakte, war nur dreimal im gegnerischen Strafraum am Ball, gewann nur zwei von acht Zweikämpfen und brachte nur eine von sechs Flanken erfolgreich an. Seine Leistung war alles andere als effektiv.
Stögers Vorstellung erinnerte an einige kritisierte Auftritte aus der Vorsaison. Erinnerungen wurden wach an das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am 30. Spieltag, als der Mittelfeldspieler kurz vor der Pause einen Freistoß in der eigenen Hälfte schnell ausführte. Der Pass, der für Julian Weigl gedacht war, wurde zu scharf gespielt und landete beim BVB, der das zwischenzeitliche 3:1 erzielte.
Obwohl Stögers Spielwitz entscheidend für die Gladbacher Offensive ist, fehlt ihm manchmal die Balance in seinen Aktionen. Der HSV feierte nach sieben Jahren seine Rückkehr in die Bundesliga und war darauf bedacht, eine Auftaktniederlage zu vermeiden.
Für Borussia Mönchengladbach war es ebenfalls das erste Bundesligaspiel der neuen Saison. Um Überraschungen zu vermeiden, bedarf es sicherer Abläufe, die die Mannschaft erst entwickeln und verfeinern muss. Stögers Ideen waren in der Theorie vielversprechend, erwiesen sich jedoch als kontraproduktiv. Eines ist jedoch klar: Wenn der Ballkünstler die richtige Balance findet, kann er den entscheidenden Unterschied ausmachen.