Kimmichs mögliche Rückkehr ins Mittelfeld: Eine Diskussion wert
Die letzten beiden Gruppenspiele haben gezeigt, dass Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha im Mittelfeld nicht optimal harmonieren. Ein Kommentar von DFB-Reporter Manuel Bonke.
East Rutherford – Julian Nagelsmann bleibt unbeeindruckt von den Ratschlägen zahlreicher Experten, die ihm nahelegten, im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador zu rotieren. Stattdessen nahm der Bundestrainer nur zwei (zwangsweise) Änderungen vor. Sein Argument ist schlüssig: Das Team benötigt Rhythmus. Daher verfolgte der 38-Jährige auch beim Thema Deniz Undav eine klare Linie und ließ den Torjäger nicht von Beginn an spielen.
Nach der Niederlage gegen Ecuador sollte jedoch bei einer anderen Personalie kein Denkverbot mehr gelten: Joshua Kimmich. Der Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat kürzlich gefordert, Kimmich von der Rechtsverteidiger-Position ins zentrale Mittelfeld zu versetzen, da er für die Abwehrkette zu langsam sei.
Matthäus’ Argumentation geht jedoch in die falsche Richtung, wie die Partie gegen Ecuador deutlich gezeigt hat. Kimmich müsste eher ins Mittelfeld zurückkehren, da Pavlovic und Nmecha das Zentrum bisher nicht kontrollieren konnten.
Nmecha überzeugte vor allem mit starken Vorwärtsaktionen, während seine defensive Stabilität nur bedingt gegeben ist – dies wirkt sich auch auf Pavlovic aus. Mit Kimmich als Kommandogeber hat der Münchner beim FC Bayern in dieser Saison hingegen fast immer überzeugt.
„Wo er das Gefühl hat, dass ich am besten helfen kann, wird er mich aufstellen – und dort spiele ich dann“, sagt Kimmich zu einem möglichen Positionswechsel. Ob Trainer Nagelsmann seine Herangehensweise im Mittelfeld ändern wird, bleibt fraglich.
Dennoch sollte er die K-Frage innerhalb des Trainerteams zumindest zur Diskussion stellen. Als Joachim Löw 2014 den WM-Titel gewann, begann er mit Philipp Lahm im Mittelfeld. Als das Sechser-Duo Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger wieder fit war, versetzte er seinen Kapitän zurück auf seine angestammte Position im Verein. Das Ende ist bekannt.