Kontroversen nach dem WM-Spiel zwischen Deutschland und Elfenbeinküste

Kontroversen nach dem WM-Spiel zwischen Deutschland und Elfenbeinküste

Nach der Niederlage gegen Deutschland erhebt Emerse Fae, der Trainer der Elfenbeinküste, schwere Vorwürfe – eine Szene in der Schlussphase des Spiels beschäftigt ihn besonders.

Toronto – Der Jubel der deutschen Mannschaft nach dem späten Siegtreffer von Super-Joker Deniz Undav kannte keine Grenzen. Mit dem spektakulären 2:1-Sieg über die Elfenbeinküste hat sich das DFB-Team den Gruppensieg bei dieser WM gesichert. Der Abend war geprägt von intensiven Zweikämpfen und aufgeladenen Emotionen – und endete nicht mit dem Abpfiff.

Kaum war die hart umkämpfte Vorrundenpartie zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste in Toronto vorbei, brach bereits die nächste Auseinandersetzung los: diesmal jedoch nicht auf dem Spielfeld, sondern im Pressekonferenzraum. Trainer Emerse Fae ließ kein gutes Haar an der Fairness des DFB-Teams.

Auslöser der Kontroverse war eine Szene in der 80. Spielminute beim Stand von 1:1. Der ivorische Verteidiger Wilfried Singo griff sich nach einem Zweikampf mit Kai Havertz plötzlich an den Oberschenkel, spielte den Ball ins Aus und rollte über die Seitenlinie – obwohl er bereits zuvor außerhalb des Spielfelds gewesen war. Sein Ziel war klar: Singo wollte einen schnellen Einwurf der deutschen Mannschaft verhindern.

Nach der medizinischen Behandlung musste Singo tatsächlich ausgewechselt werden. Dass die deutschen Spieler den Ball nach dem Einwurf nicht zurückspielten, brachte Fae in Rage. „Wir hätten uns gewünscht, dass sie uns den Ball zurückspielen“, äußerte der 42-Jährige auf der Pressekonferenz. „Von einer großen Nation wie Deutschland hätte ich mehr Fairplay erwartet, als Singo den Ball wegen einer Verletzung ins Aus spielte.“

Fae ging sogar noch weiter: „Wir nehmen uns solche Nationen als Beispiel, um uns weiterzuentwickeln, und ich war enttäuscht über den Mangel an Fairplay dieser deutschen Mannschaft“, fügte er in der Medienrunde hinzu. Eine andere Sichtweise dürfte Julian Nagelsmann haben, der Bundestrainer, der ebenfalls emotional reagierte und sich lautstark über die Unterbrechung beschwerte – man weiß nie, welche Folgen ein schnell ausgeführter Einwurf gehabt hätte.

Bereits zuvor hatten die Emotionen in einem verbalen Scharmützel ihren Höhepunkt erreicht. Im Mittelpunkt: Nathaniel Brown, der vom FC Bayern umworbene Linksverteidiger, der sich mit Fae ein offenbar hitziges Wortgefecht lieferte. Auch diese Szene ließ der ivorische Coach nicht unkommentiert.

„Ich habe ihm einfach gesagt, er solle bescheiden bleiben. Es stimmt, er hat ein großartiges Spiel gemacht und ist Teil einer sehr starken Nationalmannschaft“, kritisierte Fae. „Aber ich denke, er sollte nicht schlecht über uns reden, nur weil er zurückliegt oder es 1:1 steht und er gewinnen möchte.“ Dasselbe habe er auch dem deutschen Trainerstab mitgeteilt.

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