Kontroverser Dopingfall um Laura Freigang: Eintracht Frankfurt und DFB unter Druck

Kontroverser Dopingfall um Laura Freigang: Eintracht Frankfurt und DFB unter Druck

Die Nationalspielerin Laura Freigang hat in den letzten zwölf Monaten drei Dopingkontrollen versäumt. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hat den Fall an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) weitergeleitet, der nun über mögliche Sanktionen entscheiden wird.

Am vergangenen Wochenende äußerte sich Freigang auf Social Media zu ihrer Situation, während sowohl der DFB als auch Eintracht Frankfurt sich nicht zu dem delikaten Thema äußerten. Sie warnte vor den Konsequenzen, die ihr drohen könnten. Die NADA hatte kurz vor dem WM-Qualifikationsspiel der DFB-Frauen gegen Norwegen (2:0) bekannt gegeben, dass die Kapitänin von Eintracht Frankfurt drei „Strikes“ in einem Jahr erhalten hat.

Das Versäumen von drei Dopingkontrollen ist für eine Leistungssportlerin ein ernstes Vergehen und führt zwangsläufig zu einem Disziplinarverfahren, das mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren geahndet werden kann. „Mir ist wichtig zu betonen, dass zu keinem Zeitpunkt ein Dopingverdacht gegen mich bestand“, erklärte die 44-fache Nationalspielerin am Samstag auf Instagram. Sie betonte, dass sie seit vielen Jahren Teil des NADA-Testpools sei und die Bedeutung dieser Arbeit anerkenne. „Ich unterstütze alle nötigen Maßnahmen für einen fairen und sauberen Sport“, fügte die 28-Jährige hinzu.

Freigang betonte, dass sie in ihrer Karriere bereits zahlreiche unangekündigte Kontrollen erfolgreich absolviert habe. Bei den versäumten Kontrollen handele es sich nicht um absichtliches Vermeiden, sondern um Missverständnisse in den regelmäßig zu aktualisierenden Informationen, die Nationalspielerinnen im System angeben müssen. Athleten wie sie sind verpflichtet, ihren Aufenthaltsort zu melden, um für Tests bereit zu stehen.

Die NADA sprach von einem „möglichen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen“ und hat den Fall an den DFB übergeben. Dieser wird den Sachverhalt prüfen und über mögliche Verstöße und die entsprechenden Sanktionen entscheiden.

Bundestrainer Christian Wück wollte sich nicht zu dem Fall äußern, da er persönlich nie mit dem Meldesystem zu tun hatte. Eintracht Frankfurt und der DFB lehnten es ebenfalls ab, Kommentare abzugeben. Eine längere Sperre für die wichtige Spielerin könnte fatale Folgen für das Team haben.

Intern wird Freigang gelegentlich als etwas vergesslich wahrgenommen. Es stellt sich die Frage, warum bei zwei „Strikes“ nicht sofort Maßnahmen ergriffen wurden. Freigang selbst sagte, der Untersuchungsprozess sei noch nicht abgeschlossen und bat um Verständnis, dass sie sich nicht weiter äußern könne.

In der Frauen-Bundesliga finden jährlich Schulungen zum Meldesystem statt. Es bleibt unklar, wie eine so prominente Spielerin in die Situation geraten konnte, dass sie oft nicht für Kontrollen erreichbar war. In der Frauenabteilung herrscht ohnehin Unruhe, da bereits mehrere Abgänge kommuniziert wurden, darunter Geraldine Reuteler (FC Arsenal), Elisa Senß (Real Madrid) und andere. Ein schwieriges Jahr könnte bevorstehen, insbesondere wenn Freigang eine lange Sperre erhält.

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