Kritik am Transferverhalten des FC Bayern
Der Transfersommer des FC Bayern sorgt weiterhin für Diskussionen, und nun wird das Vorgehen des Rekordmeisters scharf kritisiert.
München – Besonders der gescheiterte Transfer von Stuttgart-Stürmer Nick Woltemade sorgt für Aufregung. Ex-Bayern-Profi Mario Basler äußerte in seinem Podcast "Basler ballert" deutliche Kritik an den Entscheidungen des Vereins und ließ dabei kein gutes Haar an deren Vorgehensweise.
„Ich muss ehrlich sagen, die Bayern haben sich darüber aufgeregt, dass Lothar Matthäus und Didi Hamann die Preise vorgegeben haben, mehr oder weniger. Und jetzt bieten sie einfach diese Preise auch mit“, erklärte der 56-Jährige. Für Basler ist das ein klarer Widerspruch: „Sie haben sich zuvor über die Zahlen beschwert, die ehemalige Spieler medial ins Spiel gebracht haben. Und jetzt sind sie bereit, so viel Geld zu bezahlen. Das passt einfach nicht zusammen.“
Seine Kritik geht noch weiter: „Wenn ich mich schon über ehemalige Spieler aufrege, dann muss ich auch stabil genug sein, um zu sagen: Mein Preis ist 40 Millionen, ja oder nein. Und nicht Woche für Woche fünf Millionen drauflegen und ein verbessertes Angebot machen.“
Laut dem Europameister von 1996 fehlt es den Bayern an einer klaren Linie: „Warum machen sie dieses Spiel überhaupt mit? Zuerst groß Aufsehen erregen und sagen, dass die Preise unnormal sind, und dann doch bereit sein, diese Preise zu zahlen.“ Sein Fazit ist eindeutig: „Ich sage Nein, sie machen alles verkehrt. Man kann sich nicht beschweren und dann trotzdem diese Preise zahlen. Ich hätte mir von FC Bayern mehr Standfestigkeit gewünscht.“
Tatsächlich hatten die Münchner ihr Angebot für Woltemade zuletzt auf über 60 Millionen Euro erhöht, wie dessen Berater Danny Bachmann bestätigte. Dennoch lehnte der VfB Stuttgart ab. VfB-Boss Alexander Wehrle stellte vor dem Supercup-Duell klar: „Nick Woltemade ist unser Spieler. Er wird nächstes Jahr für uns Fußball spielen. Die Akte ist geschlossen.“
Bayerns Sportvorstand Max Eberl erklärte daraufhin, dass der Transfer „vom Tisch“ sei. Sportdirektor Christoph Freund ließ jedoch eine kleine Hintertür offen: „Das Transferfenster schließt am 1. September. Im Fußball kann man nie etwas hundertprozentig ausschließen.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)