Kritik an der Transferpolitik des FC Bayern nach Sieg gegen Augsburg
Der FC Bayern hat in dieser Transferperiode mehrere Rückschläge erlitten, was nun zu deutlicher Kritik führt.
München – Felix Kroos äußerte nach dem 3:2-Sieg des FC Bayern gegen den FC Augsburg scharfe Kritik an der Transferpolitik des Rekordmeisters. Obwohl die Mannschaft von Vincent Kompany nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten an der Spitze steht, sieht Kroos die Arbeit auf dem Transfermarkt als erheblichen Schwachpunkt. „Alles, was jetzt noch an Optionen vorhanden ist oder geholt wird, ist im Grunde nur eine Notlösung. Selbst der Jackson-Transfer war keine erstklassige Variante“, erklärte der Bruder des ehemaligen Bayern-Stars Toni Kroos gegenüber sport.de.
Besonders die chaotischen Entwicklungen rund um Nicolas Jackson hätten gezeigt, dass der FC Bayern derzeit nicht die volle Kontrolle über seine Transfergeschäfte hat. „Die Jackson-Posse spiegelt einmal mehr wider – auch wenn niemand von Bayern dafür verantwortlich ist –, dass diese Transferperiode sehr unglücklich verlaufen ist“, urteilte Kroos.
Seiner Ansicht nach zeigt sich ein klares Muster: Zu viele Planungen sind gescheitert, und zu viele Optionen wurden nicht aus Überzeugung verfolgt. Der frühere Bundesligaprofi befürchtet, dass dies noch Folgen haben könnte: „Mir fallen nicht viele Spieler ein, die noch verpflichtet werden können, bei denen der Spieler weiß: Das geschieht aus voller Überzeugung.“
Kroos spielt damit auch auf die Unsicherheit innerhalb der sportlichen Führung an. Nach dem gescheiterten Deal um Nick Woltemade und den schwierigen Verhandlungen mit Chelsea bezüglich Jackson bleibt die Frage offen, ob Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund die Vorgaben des Aufsichtsrats – ausschließlich Leihen abzuschließen – noch sinnvoll umsetzen können. Kroos sieht hier ein strukturelles Problem: Transfers, die unter Druck zustande kommen, bergen oft das Risiko, dass am Ende keine echte Verstärkung verpflichtet wird.
Doch nicht nur auf dem Transfermarkt sieht Kroos Handlungsbedarf. Auch auf dem Platz haben die Ereignisse in Augsburg alte Schwächen offenbart. Obwohl die Münchner nach 53 Minuten mit 3:0 durch Tore von Serge Gnabry, Luis Diaz und Michael Olise führten, ließen sie den Gegner zurück ins Spiel kommen. Kristijan Jakic und Mert Kömür brachten Augsburg auf 2:3 heran, und plötzlich wackelte der große Favorit bedenklich. „Das zeigt sich schon in den letzten Jahren und auch in der letzten Saison, dass sie immer wieder anfällig für Gegentore sind“, kritisierte Kroos die Münchner.
In der Offensive bleibt die Qualität zwar weiterhin überragend. „Da haben sie einfach die Qualität mit Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz, der jetzt auch sofort zuschlägt. Da wird immer einer da sein, der Tore macht“, sagte Kroos. Doch die Defensive bleibt das Sorgenkind. Für ihn ist klar: „Diese Probleme werden auf noch höherem Niveau – wenn wir von der Champions League sprechen – bestraft.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)