Kritik an Harry Kane nach WM-Auftaktsieg gegen Kroatien
Harry Kane wird trotz seines Doppelpackes beim WM-Auftakt von England gegen Kroatien von Didi Hamann kritisiert, der zudem eine düstere Prognose für das Turnier abgibt.
München – Harry Kane feierte einen perfekten Start in die WM 2026. Mit zwei Toren führte der Bayern-Stürmer England zu einem 4:2-Sieg über Kroatien. Während die englische Presse und diverse Experten den 32-Jährigen loben, äußert sich eine kritische Stimme: Dietmar Hamann, der den englischen Kapitän erneut ins Visier nimmt.
Der frühere Bayern-Profi, der während der WM als TV-Experte für den irischen Sender RTE arbeitet, zeigt sich nach Englands überzeugendem Auftakt unbeeindruckt. „Kane ist zwar der Kapitän, aber kann er die Three Lions auch zum WM-Titel führen? Ich möchte, dass er das im Achtelfinale gegen Frankreich oder im Viertelfinale gegen Brasilien zeigt“, sagt Hamann.
Mit seinen beiden Toren gegen Kroatien hat Kane nun zehn Treffer erzielt und sich damit den Status des gleichauf mit Gary Lineker als Englands WM-Rekordtorschütze erarbeitet. Hamann sieht jedoch nur die halbe Wahrheit: „Von seinen zehn Toren hat er sieben oder acht in der Vorrunde erzielt. Ob er das gegen die besten Teams zeigen kann, wissen wir nicht.“
Der 52-Jährige relativiert zudem Kanes beeindruckende Bilanz von 146 Toren in 147 Einsätzen beim FC Bayern. „In München trifft jeder Mittelstürmer. Es spielt keine Rolle, ob er 25 oder 35 Tore schießt, sie gewinnen die Meisterschaft sowieso“, äußert Hamann, der den Münchnern auch zu Vorsicht bei einer langfristigen Vertragsverlängerung mit Kane rät.
Kane gehört zu den Superstars dieser WM und erzielte als einer von sieben Spielern ein Doppelpack im ersten Spiel. Zu den anderen gehören unter anderem Kai Havertz, Kylian Mbappe und Erling Haaland. Nur Lionel Messi war mit drei Treffern noch erfolgreicher. „Es gibt einige Stürmer in diesem Turnier, die ich lieber als ihn in meinem Team hätte“, so Hamann über Kane.
Hamann kritisiert, dass dem englischen Kapitän die Vielseitigkeit für absolute Top-Duelle fehle. „Während eines Turniers musst du auch aus dem Konter heraus treffen können. Das wird ihm nicht gelingen. Gegen die besten Mannschaften musst du dich auch mal zurückziehen, und dann sind es 50, 60 Yards bis zum gegnerischen Tor.“ In solchen Situationen könne Kane mit dem Tempo seiner Mitspieler wie Noni Madueke, Anthony Gordon oder Marcus Rashford „nicht mithalten“.
Es steht fest: Hamann ist einer der wenigen TV-Experten, die Kane in den letzten Jahren immer wieder kritisiert haben. Beim FC Bayern ist man jedoch mit dem Top-Stürmer äußerst zufrieden. Uli Hoeneß bezeichnete ihn sogar als „besten Transfer, den wir je gemacht haben“. Auch England-Trainer Thomas Tuchel dürfte die Kritik von Hamann nach dem Doppelpack seines Angreifers nicht teilen.