Lennart Karl: Nach DFB-Nominierung mit Patzer gegen Union Berlin
Nach seiner Nominierung für die DFB-Nationalmannschaft sollte für Lennart Karl der große Auftritt folgen. Doch beim 4:0-Sieg gegen Union Berlin leistete sich das Talent einen entscheidenden Patzer.
München – Die Allianz Arena war perfekt vorbereitet für die große Show von Lennart Karl. Nach seinem Tor in der Champions League gegen Bergamo und der ersten Nominierung für die A-Nationalmannschaft durch Julian Nagelsmann richtete sich die Aufmerksamkeit der gesamten Fußball-Republik auf den 18-Jährigen.
Mit viel Selbstbewusstsein startete der Youngster in die Partie gegen die „Eisernen“ aus Köpenick. Die ersten Minuten verliefen vielversprechend: Karl forderte den Ball, suchte Eins-gegen-eins-Situationen und wirkte wie der gewohnte Wirbelwind, der die gegnerische Abwehr vor große Herausforderungen stellte.
In der 29. Spielminute erreichte die Diskussion ihren Höhepunkt. Nach einem hervorragenden Zuspiel von Josip Stanišić stand Karl völlig frei vor Union-Keeper Frederik Rønnow. Es war eine Chance, die er im Training mühelos verwertet hätte. Doch der Ball prallte nur gegen den Pfosten und ging ins Aus.
Kritische Beobachter fragen sich nun, ob die Nominierung für das DFB-Team vielleicht doch eine zu große Last für das talentierte Juwel darstellt. Wo er vor zwei Wochen noch als unbeschwertes Talent galt, wird er nun an den strengen Maßstäben eines Nationalspielers gemessen.
Die Nachlässigkeit in der Chancenverwertung gegen Union könnte als erste kleine Konzentrationsschwäche unter dem neuen Erwartungsdruck gedeutet werden. Wer zum FC Bayern und zur Nationalelf gehört, darf sich solche Aussetzer nicht erlauben. Glücklicherweise benötigten die Bayern diese Tore nicht zum Sieg.
In der Einzelkritik fiel Karl deutlich hinter dem überragenden Gnabry zurück, der seine Möglichkeiten eiskalt nutzte. Die bevorstehende Länderspielpause könnte für den 18-Jährigen genau zum richtigen Zeitpunkt kommen. Er muss den Kopf freibekommen und beweisen, dass sein Torriecher nicht verloren gegangen ist, sondern nur vorübergehend gelitten hat.