Lennart Karl und die Kontroversen nach dem Spiel gegen Mönchengladbach
München – Lennart Karl, der 17-jährige Nachwuchsspieler des FC Bayern, begeistert die Fußballwelt mit seinen Leistungen. Nach seinem ersten Tor in der Champions League erzielte er nun ein weiteres Traumtor in der Bundesliga beim 3:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Doch eine umstrittene Szene sorgt für Aufsehen, über die Ewald Lienen, Trainerlegende und ehemaliger Gladbach-Profi, im Podcast „Der Sechzehner“ berichtete.
Lienen erzählte, dass ihm sein Sohn Joscha, der als Kameramann arbeitet und das Spiel im Borussia-Park verfolgte, von einem Vorfall berichtete. „Es muss etwas passiert sein, das hat Joscha beobachtet und mich darauf hingewiesen“, erklärte Lienen. Der Vorfall ereignete sich gegen Ende des Spiels, als Karl offenbar etwas tat, das als respektlos gegenüber Mönchengladbach empfunden wurde.
„Karl muss etwas gemacht haben, was despektierlich war“, sagte Lienen. „Ob es ein Dreifach- oder Vierfach-Übersteiger war, kann ich nicht sagen, aber es war etwas, das einen erfahrenen Verteidiger aus meiner Zeit zur finalen Grätsche gebracht hätte.“ Da Lienen die Szene selbst nicht gesehen hatte, konnte er keine weiteren Details zu Karls Verhalten liefern.
Der Vorfall endete jedoch nicht dort. Joscha beobachtete auch, wie Vincent Kompany, Trainer von Burnley, Karl nach dem Spiel zur Rede stellte. „Kompany muss ihn sich sofort geschnappt haben und ihm die Meinung gesagt haben“, berichtete Lienen. „Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Joscha sogar gehört, was gesagt wurde, da er mit der Kamera unterwegs ist und die Spieler verfolgt.“
Es wurde berichtet, dass Kompany dem Teenager respektloses Verhalten vorwarf, jedoch blieben die genauen Details unklar. „Da musst du ihn schon selber fragen, was er gehört hat. Aber es war offensichtlich eine klare Situation“, so Lienen weiter. Dazn-Kommentator Michael Born fügte hinzu, dass es aus München Gerüchte über eine „Tendenz zur Arroganz“ bei Karl gebe, was möglicherweise zu seinem großen Ego beitrage, das bei einem Spieler seines Alters jedoch auch notwendig sein könnte.
Lienen lobte den Bayern-Trainer dafür, dass er sofort nach den Vorfällen in Mönchengladbach eingegriffen habe. „Jemand wie Vincent Kompany sagt dann eben genau das Richtige, und deswegen ist er genau an der richtigen Stelle“, betonte Lienen.
Abschließend konnte sich Lienen nicht verkneifen, einen Seitenhieb gegen Nationalspieler Antonio Rüdiger zu machen. „Du kannst so gut sein, wie du willst. Du musst auch eine gewisse Demut und Dankbarkeit zeigen. Respekt ist wichtig. Sonst hast du hinterher Leute, die mit Kniehebeläufen den Gegner lächerlich machen und den Schiedsrichter mit Eiswürfeln oder Tape-Rollen bewerfen“, warnte er, in Anspielung auf Rüdigers Ausraster in der vergangenen Saison, der ihm bei Real Madrid eine mehrwöchige Sperre einbrachte.