Lennart Karls Aufstieg: Vom Bayern-Campus zur WM
München – Vor einem Jahr spielte Lennart Karl noch in der U17 am FC Bayern-Campus. Heute ist der 18-Jährige deutscher Meister, Pokalsieger und Teil des Kaders für die Weltmeisterschaft. Im Gespräch mit dem FC-Bayern-Mitgliedermagazin „51“ reflektiert das Offensivtalent über eine Saison bei Bayern München, die seine eigenen Erwartungen übertroffen hat.
Besonders in Erinnerung bleibt ihm die Meisterfeier mit den Profis: „Ein sehr, sehr gutes Gefühl. Vor allem die erste Meisterschaft zu gewinnen und dann auf dem Balkon zu stehen – da hatte ich Gänsehaut“, berichtete der Youngster. Sein rascher Aufstieg hat ihn nicht nur sportlich verändert. „Ich bin auf jeden Fall reifer geworden“, erklärte Karl und betonte, dass er von den erfahrenen Spielern in vielen Bereichen gelernt hat, von Ernährung über Regeneration bis hin zur täglichen Professionalität.
Ein entscheidender Entwicklungsschritt für den Linksfuß war seiner Meinung nach ein europäisches Spiel: „Ich glaube, das war nach dem Spiel gegen Arsenal. Dieses Spiel, diese Phase – seitdem hat eigentlich alles funktioniert.“ Mit den ersten Toren und Vorlagen stieg jedoch auch der Druck. Besonders eine längere Torflaute verdeutlichte ihm, wie genau jeder Schritt im Profifußball beobachtet wird. „Aber ich kann damit umgehen“, versicherte Karl.
Sein Spielstil wurde bereits früh geprägt, wobei Futsal eine wichtige Rolle spielte. „Dabei habe ich einfach ein Gefühl fürs Dribbling entwickelt“, beschrieb Karl seine Anfänge. Unterstützung erhält er auch von Trainer Vincent Kompany, dessen Philosophie ihm entgegenkommt. „Es tut gut, wenn der Coach sagt, dass Offensivspieler ihren Stil zeigen und Dinge ausprobieren sollen“, fügte der 18-Jährige hinzu.
Abseits des Platzes orientiert sich Karl an den etablierten Stars des Rekordmeisters. Besonders Michael Olise beobachtet er genau, während ihn die Professionalität von Harry Kane und Joshua Kimmich beeindruckt. Sein großes Idol bleibt jedoch Lionel Messi. „Er ist mein Vorbild, seit ich überhaupt Fußball spielen kann“, sagte Karl, der den Argentinier sogar auf seinem Schienbeinschoner trägt. „Es ist einfach ein Ansporn, hart dafür zu arbeiten, mir auf höchstem Niveau einen Namen zu machen.“
Dass er heute dort steht, verdankt er nach eigener Aussage auch seiner Familie. Mit 14 Jahren zog Karl von zu Hause weg an den Bayern-Campus – ein Schritt, der ihm anfangs schwerfiel. Rückblickend ist ihm jedoch vor allem bewusst geworden, welche Opfer seine Eltern für seine Karriere gebracht haben. „Ohne eine Familie, die so hinter einem steht, ist so ein Weg schlicht nicht möglich“, betonte Karl.