Leroy Sané steht vor Debüt bei Galatasaray Istanbul
Leroy Sané steht kurz vor seinem Debüt bei Galatasaray Istanbul. Ein ehemaliger BVB-Star äußerte Bedenken, ob Sané sich bei seinem neuen Verein durchsetzen kann.
München / Istanbul – Im Frühjahr schien eine Vertragsverlängerung von Leroy Sané beim FC Bayern München bereits beschlossene Sache. Doch nach dem Wechsel seines Beraters begannen die Verhandlungen von vorne. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden, und so verließ Sané nach fünf Jahren den FC Bayern und schloss sich im Sommer Galatasaray Istanbul an.
Bei seiner Ankunft in Istanbul wurde Sané nahezu wie ein Held empfangen. In seinem ersten Pflichtspiel, das am Freitag in der türkischen Süper Lig gegen Gaziantep stattfindet, wird der 29-Jährige mit der Rückennummer zehn auflaufen. Damit lastet ein gewisser Leistungsdruck auf seinen Schultern. Ob er damit umgehen kann, bleibt abzuwarten. Der frühere BVB-Star Erdal Keser hat seine Bedenken geäußert.
Der 64-Jährige, der in den 80er Jahren über 100 Spiele für Borussia Dortmund bestritt und acht Jahre bei Galatasaray spielte, kennt den Verein gut. Im Gespräch mit dem kicker zum Transfer von Leroy Sané sagte er: „Wenn die Spieler heute mit ihren Privatmaschinen landen, kommen oft 20.000 Menschen zum Flughafen. Doch bei der Verabschiedung ist meist kaum jemand zu sehen.“
Keser erklärte, dass Spieler bei Galatasaray von der Stimmung getragen werden können – jedoch nur, wenn die Leistungen stimmen. Andernfalls kann sich die Situation schnell ändern. Der ehemalige türkische Nationalspieler warnte Sané auch vor der Liga: „Hier wird teils sehr harter Fußball gespielt, manchmal auch unorthodox. Die Gegner bewegen sich nicht so, wie man es gewohnt ist.“
Sané hat zwar enge Spielräume aus seiner Zeit beim deutschen Rekordmeister kennengelernt, „aber ich bin gespannt, wie er mit den manchmal rustikalen Verteidigern umgehen wird, die zudem hochmotiviert gegen ihn antreten werden.“ Der Linksfuß sei „aus der Distanz betrachtet auch kein ganz einfacher Typ. Er kann Spiele alleine entscheiden, doch auf der anderen Seite bietet seine Körpersprache auch viel Angriffsfläche.“