Luis Diaz beeindruckt trotz Niederlage im Champions-League-Halbfinale
Beim 4:5 gegen Paris Saint-Germain war Luis Diaz der aktivste Spieler im Strafraum. Seine Statistiken sind nahezu historisch – nur zwei Spieler haben in einem Champions-League-Halbfinale oder -Finale je bessere Werte erzielt.
München/Paris – Während das Ergebnis schmerzt, sind die Zahlen beeindruckend. Im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain war Luis Diaz der herausragende Angreifer auf dem Platz und lieferte eine Leistung ab, die in den Geschichtsbüchern der Königsklasse verankert bleibt. Trotz seiner individuellen Brillanz erreichte der Kolumbianer, der für den FC Bayern spielt, jedoch nicht ganz die Marke, die einst Franck Ribéry aufgestellt hatte.
Laut Opta-Daten verzeichnete Diaz im Hinspiel im Parc des Princes 16 Strafraumaktionen, was den Höchstwert aller Spieler darstellt und gleichzeitig sein persönlicher Rekord in einem Champions-League-Spiel ist. Seit Beginn der Datenerfassung in der Saison 2003/04 haben nur zwei Spieler diesen Wert in einem Halbfinale oder Finale übertroffen: Lamine Yamal, der in beiden Halbfinalspielen 2025 gegen Inter Mailand jeweils 17 Strafraumaktionen erzielte, und Franck Ribéry, der im Halbfinal-Hinspiel 2018 gegen Real Madrid sogar 18 erreichte.
Auch die Zweikampfbilanz von Diaz ist beeindruckend. Der Bayern-Flügelstürmer gewann laut Opta 12 Duelle – ebenfalls Höchstwert aller Feldspieler und sein persönlicher Bestwert in der Champions League. Bei insgesamt 15 Zweikämpfen ergibt dies eine Erfolgsquote von 80 Prozent. Die Zweikampf-Statistik zeigt deutlich, dass der Großteil dieser Duelle in der gegnerischen Hälfte und im Strafraum stattfand – Diaz suchte stets den direkten Weg zum Tor.
Seine Torserie passt ebenfalls zu dieser Leistung. Diaz traf beim 4:5 in Paris zum vierten Mal in Folge in der Champions League und war in seinem sechsten CL-Spiel nacheinander direkt an einem Treffer beteiligt – vier Tore und drei Vorlagen. Mit sieben CL-Toren in dieser Saison ist er Bayerns zweitbester Torschütze in der Königsklasse hinter Harry Kane (13). Zudem verzeichnete er sechs erfolgreiche Dribblings, nur Michael Olise (8) war in diesem Spiel noch trickreicher.
Auch wettbewerbsübergreifend zeigt sich, welche herausragende Saison der Kolumbianer spielt. Laut Opta hat Diaz in dieser Pflichtspielsaison insgesamt 26 Tore und 17 Assists erzielt, was ihn auf Rang vier in der Torschützenliste aller Spieler der Top-5-Ligen bringt, hinter Kylian Mbappé (47), Michael Olise (47) und Harry Kane (61). Seine 43 Scorerpunkte übertreffen sogar die Gesamtausbeute seiner beiden letzten Saisons bei Liverpool (40 in 101 Spielen).
Trotz der bitteren Niederlage von 4:5 in Paris hat Diaz, der nach seinem herausragenden Auftritt eine Ankündigung machte, bewiesen, dass er auf der großen Bühne mithalten kann. Das Rückspiel in der Allianz Arena wird zeigen, ob er die kleine Lücke zu Ribéry schließen und die Bayern doch noch ins Finale führen kann. Zur Erinnerung: Der FC Bayern schied damals gegen Real Madrid nach einer 1:2-Hinspielniederlage mit einem 2:2 im Rückspiel aus.