Manuel Neuer und die DFB-Mannschaft: Chaos um Comeback
Manuel Neuer führt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM als Nummer eins an. Michael Ballack meint, dass er auch eine Mitschuld am Chaos rund um sein Comeback trägt.
Chicago – Die WM 2026 rückt näher. Die deutsche Nationalmannschaft hat mittlerweile amerikanischen Boden betreten und bereitet sich vor Ort auf das große Spektakel vor. Mit der Ankunft von Kai Havertz ist der 26-Mann-Kader nun vollständig. In den letzten Tagen sorgte jedoch weniger der Angriff als die Verteidigungslinie für Diskussionen rund um das DFB-Aufgebot.
Hierbei handelt es sich um die „Causa Neuer“, die spektakuläre Rückkehr des 40-jährigen Torwarts in die Nationalmannschaft. Das Comeback sorgte für viel Aufregung, da Julian Nagelsmann bereits vor Monaten Oliver Baumann öffentlich zur Nummer eins im Tor erklärt hatte. Als Neuer sich jedoch wieder verfügbar machte, änderte der Bundestrainer seine Entscheidung und setzte den Bayern-Star erneut als Stammtorhüter ein.
Der Hauptleidtragende in dieser Situation war Baumann, doch auch die Stimmung im Land und die Harmonie innerhalb der Mannschaft litten darunter. Viele Experten führen dies auf eine unzureichende Kommunikation des Bundestrainers zurück. Ex-DFB-Kapitän Michael Ballack sieht jedoch auch Neuer in der Verantwortung.
„Manuel trägt ebenfalls eine gewisse Mitschuld. Er hätte sich frühzeitiger zu seinen Comeback-Ambitionen positionieren können. Dann hätte das Thema schneller geklärt werden können“, sagte Ballack im Interview mit der Sport Bild und fügte hinzu, dass die Kommunikation insgesamt „nicht unbedingt optimal“ gewesen sei. Neuer hatte in den Monaten zuvor mehrfach betont, nicht mehr in die Nationalmannschaft zurückkehren zu wollen.
Obwohl Ballack auch Nagelsmann für den Umgang mit der Situation kritisierte, fand der heutige TV-Experte viel Positives an dem 38-Jährigen. Nagelsmann sei ein „Top-Fachmann“, der „sehr offen und ehrlich“ wirke. Das große Problem aus Sicht von Ballack ist jedoch: „Aber er erklärt meines Erachtens manchmal zu viel in der Öffentlichkeit und schafft sich dadurch unnötig Angriffsfläche.“