Manuel Neuer und die WM 2026: Rückkehr des Kapitäns trotz Verletzungsproblemen

Manuel Neuer und die WM 2026: Rückkehr des Kapitäns trotz Verletzungsproblemen

Die Nominierung von Manuel Neuer für die WM 2026 sorgt in Deutschland für rege Diskussionen, insbesondere aufgrund seiner hartnäckigen Wadenverletzung. Dennoch hat er das Potenzial, beim Turnier Großes zu erreichen.

Nach der EM 2024, bei der die deutsche Nationalmannschaft im Viertelfinale gegen Spanien ausschied, schien die beeindruckende Karriere von FC Bayern-Kapitän Manuel Neuer zunächst beendet. Nach 124 Länderspielen gab der Weltmeister von 2014 bekannt, seine DFB-Laufbahn zu beenden. Sein Nachfolger, der Barça-Torwart Marc-André ter Stegen, stand bereits bereit, doch eine Reihe von Verletzungen verzögerte die geplante Amtsübergabe. So wurde Oliver Baumann von Hoffenheim zur neuen Nummer 1 im deutschen Tor.

Bereits vor dem Saisonende kursierten zahlreiche Gerüchte über ein Comeback von Neuer für die WM 2026. Seine Nominierung durch Bundestrainer Julian Nagelsmann als Stammtorhüter war daher wenig überraschend. Das Problem bleibt jedoch: Der 40-Jährige kämpft regelmäßig mit Wadenverletzungen.

Im Bundesligafinale gegen den 1. FC Köln musste Neuer aufgrund einer Verletzung frühzeitig vom Platz. Die Schwere der Muskelblessur stellte sich als weniger gravierend heraus, doch er verpasste sowohl das Pokalfinale gegen Stuttgart als auch das WM-Testspiel gegen Finnland. Auch im letzten Testspiel gegen den WM-Gastgeber USA wird er nicht im deutschen Aufgebot stehen.

Die Rückkehr nach fast zwei Jahren seit seinem letzten Länderspiel, dem Auftaktspiel gegen Curaçao, ist daher durchaus delikat. In den letzten beiden Weltmeisterschaften erlebte Neuer mit der Mannschaft jedoch unglückliche Auftaktspiele: 2018 gegen Mexiko und 2022 gegen Japan, die beide in einer frühen Ausscheidung endeten.

Falls Neuer am 14. Juni im Houston Stadium gegen Curaçao im Tor steht, könnte er einen Rekord zurückgewinnen, den er während des Turniers in Katar kurzzeitig hielt. Bei seinem 19. WM-Einsatz im dritten Gruppenspiel gegen Costa Rica übertraf er die Rekordmarke von Cláudio Taffarel und Sepp Maier, die jeweils 18 WM-Spiele absolvierten.

Da die DFB-Elf nach dem Turnier keine weiteren Spiele mehr hatte, verlor Neuer den WM-Rekord an den französischen Vizeweltmeister Hugo Lloris. Lloris, der seine Karriere im Nationalteam beendete, hätte diesen Rekord sicherlich für seinen zweiten WM-Titel im Jahr 2018 eingetauscht.

Mit seinem ersten Einsatz beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko würde Neuer mit Lloris gleichziehen, beim zweiten Einsatz könnte er mit 21 Partien den alleinigen WM-Rekord zurückerobern. Diesen würde er voraussichtlich für mindestens die nächsten vier Jahre halten, sofern Deutschland mindestens das Viertelfinale erreicht.

Eine potenzielle Herausforderung für Neuer könnte der mexikanische Torhüter Guillermo Ochoa darstellen, der mit 16 WM-Einsätzen nach Neuer die zweitmeisten Einsätze unter den nominierten Torhütern hat. Für den fast 41-Jährigen wäre es die sechste Weltmeisterschaft, und zusammen mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi könnte er einen neuen Rekord aufstellen. Eine weitere Gefahr könnte von Thibaut Courtois ausgehen, falls der Geheimfavorit Belgien weit kommt. Courtois hat bislang 15 WM-Spiele absolviert und ist erst 34 Jahre alt.

Es ist interessant zu bemerken, dass trotz der langen Karriere von Torhütern in dieser Bestenliste keiner der Top 8 Torhüter ist. Diese wird von Lionel Messi mit 26 WM-Partien angeführt, während Lloris mit 20 auf dem achten Platz steht. Unter den Torhütern mit den meisten WM-Spielen befinden sich jedoch fast ausschließlich Legenden, darunter Iker Casillas, Fabien Barthez, Gianluigi Buffon und Gilmar.

Obwohl die Stimmung in Deutschland bezüglich der Torhüterfrage angespannt ist, würden die meisten Fans sicherlich nichts dagegen haben, wenn Neuers Wade für das Turnier letztlich bereit ist und er alle acht Spiele (inklusive des Endspiels) bestreiten kann. Träumen sollte erlaubt sein.

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