Marcell Jansen fordert Umdenken nach Argentiniens WM-Niederlage
Nach der enttäuschenden Niederlage Argentiniens im WM-Finale fordert Marcell Jansen ein Umdenken. Der ehemalige Nationalspieler sieht im möglichen Abschied von Lionel Messi eine bedeutende Chance.
München – Argentinien musste sich im Finale der WM 2026 Spanien geschlagen geben. Nach dem verpassten Titel richtet sich der Fokus nun auf Lionel Messi und die Zukunft der Nationalmannschaft. Marcell Jansen, Ex-Nationalspieler, betrachtet den möglichen Rückzug des Superstars als eine große Gelegenheit für einen grundlegenden Neuanfang der Albiceleste.
In der Sendung „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) betonte Jansen, dass die Enttäuschung zunächst verarbeitet werden müsse. „Ich glaube, das braucht jetzt ein paar Tage, aber dann werden sie erkennen, wie groß die Chance eigentlich ist“, erklärte der frühere deutsche Nationalspieler. Für ihn könnte die schmerzhafte Finalniederlage der Ausgangspunkt für eine neue Entwicklung sein.
Jansen kritisierte insbesondere die starke Fokussierung des argentinischen Spiels auf Messi. „Es ist nicht zeitgemäß, in einem Turnier alles um einen Spieler herum aufzubauen“, sagte der 40-Jährige. Fußball sei ein Mannschaftssport. Wer nahezu die gesamte Struktur auf eine einzelne Ausnahmefigur ausrichtet, macht sich taktisch berechenbar und langfristig abhängig.
Der WM-Sieger von 2022 war auch bei diesem Turnier eng mit Messis Einfluss verbunden. Nach Jansens Einschätzung zeigte das Finale jedoch die Grenzen dieses Ansatzes. Spanien trat als geschlossenes und taktisch gut organisiertes Team auf. „Wenn du dann alles nur um eine Person herum aufbaust und überrascht bist, dass es gegen eine normal taktisch funktionierende Mannschaft nicht gut läuft, dann ist das eine wichtige Erkenntnis“, betonte er.
Für Argentinien könnte damit eine der schwierigsten Übergangsphasen in der Fußballgeschichte beginnen. Messi hat die Nationalmannschaft über viele Jahre geprägt und zu großen Erfolgen geführt. Gleichzeitig muss der Verband nun Strukturen entwickeln, die nicht mehr vollständig von seiner Präsenz und besonderen Momenten abhängig sind. Zudem stehen Fragen hinter Trainer Lionel Scaloni, der sich auf der Pressekonferenz emotional zeigte.
Jansen formulierte deshalb eine klare Forderung: „Es muss jetzt auch einen Weg ohne Messi geben.“ Der Abschied einer Ikone würde sportlich und emotional eine große Lücke hinterlassen. Doch genau darin sieht er die Gelegenheit, Verantwortung neu zu verteilen, weitere Führungsspieler aufzubauen und Argentinien als geschlossenere Mannschaft neu zu formen.