Matthäus kritisiert Kompany und verteidigt Bayerns Kaderstärke
Nach dem Sieg im Franz-Beckenbauer-Supercup gegen den VfB Stuttgart hat sich Lothar Matthäus ausführlich zur aktuellen Situation beim FC Bayern München geäußert. Der Sky-Experte widersprach Harry Kane, der die Kaderbreite des Vereins in Frage gestellt hatte, und äußerte sich positiv über die Talente des Rekordmeisters. Zudem übte er deutliche Kritik an Trainer Vincent Kompany.
Mit dem 2:1-Erfolg gegen Stuttgart hat sich der FC Bayern den ersten Titel der Saison gesichert. Für Matthäus hatte die Partie allerdings auch abseits des sportlichen Erfolgs eine hohe Bedeutung: „Ich finde, dass dieses Spiel durch die Benennung nach dem Kaiser ganz stark aufgewertet wurde.“ Trotz einer kurzen Vorbereitungszeit sei die Mannschaft bereits erstaunlich gut aufgestellt, erklärte er: „Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern, aber mit Jonathan Tah und Luis Diaz standen zwei erfahrene Neuzugänge in der Startelf, die bereits gut integriert sind.“
Matthäus zeigte sich verwundert über die jüngsten Aussagen von Harry Kane, der den Kader des FC Bayern als einen der kleinsten seiner Karriere bezeichnet hatte. „Diaz und Tah sind absolute Verstärkungen, und auch im Zentrum hat man mit Tom Bischof einen richtig guten Mann dazu bekommen“, so der Rekordnationalspieler. Zudem kehrten mit Jamal Musiala, Alphonso Davies und Hiroki Ito wichtige Spieler nach ihren Verletzungen zurück.
„Spätestens wenn es um die Titel geht, ist der Kader in meinen Augen stark genug“, betonte Matthäus. Auch in der Nachwuchsarbeit sieht er den Rekordmeister gut aufgestellt. Spieler wie Lennart Karl, Paul Wanner, Jonah Kusi-Asare oder Wisdom Mike hätten in den Testspielen gegen Zürich und Tottenham gezeigt, dass sie auf hohem Niveau mithalten können.
Matthäus äußerte wenig Verständnis für die Wechselentscheidung von Vincent Kompany im Supercup. In der 80. Minute brachte der Coach den angeschlagenen Serge Gnabry vom Feld und schickte Raphael Guerreiro ins Spiel. „Das war für mich völlig unverständlich“, erklärte Matthäus. „Junge Spieler brauchen Selbstvertrauen, und mit solchen Entscheidungen nimmt Kompany ihnen das.“
Für Matthäus wäre ein Einsatz von Lennart Karl logischer gewesen: „Was kann ein junger Spieler vorne rechts groß kaputtmachen bei einer Zwei-Tore-Führung?“ Stattdessen habe Kompany eine Chance verpasst, den Talenten zu signalisieren, dass sie beim FC Bayern eine echte Perspektive haben.
Obwohl der 63-Jährige betonte, dass die Entscheidungen letztlich beim Trainer liegen, machte er klar, dass er es anders gehandhabt hätte: „Diese Chance hat er verpasst, aber Kompany ist der Trainer, und diese Entscheidung gilt es zu akzeptieren.“
Matthäus’ Fazit lautet: Der FC Bayern hat zwar Qualität im Kader und hat bewiesen, dass er auch in dieser Saison konkurrenzfähig ist, doch der Mut, die eigene Jugend nachhaltig einzubinden, bleibt eine Herausforderung, die Kompany noch meistern muss.