Matthias Sammer kritisiert Berater-System im Profi-Fußball

Matthias Sammer kritisiert Berater-System im Profi-Fußball

Der ehemalige Sportvorstand des FC Bayern München, Matthias Sammer, ist bekannt für seine deutlichen Ansichten. In einer aktuellen Diskussion äußert er scharfe Kritik am Berater-System im Profi-Fußball und fordert dessen Abschaffung.

In der Sendung "Sammer & Basile – Der Hagedorn Talk" auf Sky äußerte Sammer, dass der fast einjährige Vertragspoker des FC Bayern mit den Beratern von Dayot Upamecano ein warnendes Beispiel für die Probleme dieses Systems darstellt.

Der Verbleib des französischen Vizeweltmeisters Upamecano schien lange Zeit ungewiss, obwohl der Spieler betonte, wie wohl er und seine Familie sich beim Verein und in München fühlen. Erst nachdem die Verantwortlichen des Rekordmeisters den Druck auf den 27-Jährigen erhöht hatten, entschied er sich für eine Vertragsverlängerung. Ob seine Berater, Moussa Sissoko und Marco Lichtsteiner, in diese Entscheidung einbezogen waren, bleibt unklar.

Monatelang hatte sich ein Machtkampf zwischen dem FC Bayern und Upamecanos Beratern entwickelt. Trotz der klaren Tendenz des Innenverteidigers zur Vertragsverlängerung, setzten Sissoko und Lichtsteiner ihr Pokerspiel fort, was bei den Verantwortlichen des FC Bayern, insbesondere bei Uli Hoeneß, zu wachsender Verärgerung führte.

Hoeneß hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Konflikte mit mächtigen Spielerberatern gehabt, darunter den Israeli Pini Zahavi, der in den letzten Jahren mehrere Top-Spieler aus München abgeworben hat.

Matthias Sammer schaltet sich nun in die Debatte ein und fordert das Ende der umstrittenen Agenten. Auf die Frage von Moderator Riccardo Basile, ob er sich wünschen würde, dass Spieler ohne Berater agieren, antwortete der ehemalige FCB-Boss klar: "Ja, ich würde sie abschaffen. Erstens verdienen sie zu viel Geld. Zweitens sind sie unnötig und drittens schafft das keine gute Beziehung zwischen Spieler und Verein. Das ist nicht gut."

Sammer erläutert seine Forderung weiter: „Da sitzt ein Sportvorstand, ein Sportdirektor, mit einem Berater zusammen. Sie sprechen über die wichtigste Person, die möglicherweise gar nicht dabei ist…“ Er bezieht sich auf Spieler wie Upamecano, die bei Verhandlungen oft nicht anwesend sind. „Derjenige, der das aushandelt, verdient das Dreifache vom Jahresgehalt des Sportvorstands. Das ist doch schon mal krank!“

Die wachsende Macht der Spielerberater ist ein bemerkenswertes Phänomen im Profi-Fußball und wird seit Jahren von Vereinsverantwortlichen und Fußballfans kritisiert. Doch es gibt keine Anzeichen für eine Besserung. Wie Sammer richtig feststellt, leidet das Verhältnis zwischen Verein und Spielern häufig unter der Geldgier der Berater, was zu erheblichen Spannungen führt.

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