Nach dem Rücktritt von Roland Virkus: Borussia Mönchengladbach sucht neuen Sport-Geschäftsführer
Roland Virkus ist als Sport-Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach zurückgetreten. Wer wird am Niederrhein auf den 58-Jährigen folgen?
Mönchengladbach – Die sportliche Krise von Borussia Mönchengladbach hat ihr zweites Opfer gefordert. Am Dienstag legte Roland Virkus seinen Posten als Sport-Geschäftsführer des Traditionsvereins nieder. Seit Februar 2022 war der ehemalige Nachwuchstrainer und -koordinator im Amt, doch nach zwölf sieglosen Bundesligaspielen in Folge und zahlreichen offenen Baustellen gingen ihm die Argumente aus.
Neben der Suche nach einem neuen Trainer – Eugen Polanski genießt vorerst das Vertrauen, muss sich jedoch in der Bundesliga beweisen – benötigt Gladbach auch einen neuen Sportchef. Eine sofortige Lösung haben die Verantwortlichen derzeit nicht parat. „Präsidium, Aufsichtsrat und Geschäftsführung sind in Abstimmung über die nächsten Schritte und das weitere Vorgehen“, zitiert die Presse Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Hollmann.
Gladbach benötigt einen Nachfolger für Virkus, der mit begrenzten finanziellen Mitteln umgehen kann, ein gutes Auge für Spieler hat und eine klare Vorstellung von Fußball mitbringt. Der neue Sportchef sollte in der Lage sein, die Stärken der Fohlen-Elf zu nutzen und sich nicht von dem aktuellen unruhigen Umfeld einschüchtern lassen. Das Fußball-Portal „Absolut Fussball“ nennt sechs potenzielle Kandidaten.
Die Wunschlösung vieler Fans ist Nils-Ole Book, dessen Name bereits seit Wochen in der Gladbacher Medienlandschaft diskutiert wird. Book führte die SV Elversberg unter Horst Steffen in die 2. Bundesliga und die Saarländer sind auch nach dem Abgang des Erfolgstrainers zu Werder Bremen eine Spitzenmannschaft im Unterhaus. Er bringt Kreativität im Scouting mit und hat in Elversberg eine klare Handschrift entwickelt. Die zentrale Frage bleibt jedoch, ob er für die Bundesliga und Borussia geeignet ist.
Jörg Schmadtke bringt geballte Erfahrung und Stallgeruch mit. Der Vater des ehemaligen Sportdirektors Nils Schmadtke beendete 1998 in Mönchengladbach seine Karriere und war anschließend Co-Trainer von Rainer Bonhof. Schmadtke hat sich in der Bundesliga einen Namen gemacht und war von Juni 2023 bis Februar 2024 auch beim FC Liverpool tätig. Der 61-Jährige könnte für einen bestimmten Zeitraum aushelfen und die Weichen für die Zukunft stellen.
Jonas Boldt, 43 Jahre alt, könnte ebenfalls ein Kandidat sein. Er erarbeitete sich als Scouting-Leiter und Manager von Bayer Leverkusen einen exzellenten Ruf und hatte von 2019 bis 2024 die Zügel beim Hamburger SV in der Hand. Unter seiner Führung verpassten die Rothosen zwar den Bundesliga-Aufstieg, tätigten jedoch clevere Transfers und stabilisierten ihre Finanzen erheblich.
Alexander Rosen, der seit einem Jahr vereinslos ist, könnte ebenfalls in Betracht gezogen werden. Der gebürtige Augsburger stieg bei der TSG Hoffenheim vom Nachwuchsleiter zum Direktor Profifußball und später zum Geschäftsführer Sport auf. Rosen hat ein gutes Händchen für Spieler, hatte jedoch in Hoffenheim mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als in Gladbach, was auch bei seinem Gehalt ein potenzieller Knackpunkt sein könnte.
Ein Blick über den Tellerrand könnte Hasan Salihamidžić ins Spiel bringen. Der Ex-Spieler war bei den Fans des FC Bayern umstritten, führte den Rekordmeister jedoch 2020 zum Sextuple. Salihamidžić hat beim größten deutschen Fußballklub gelernt, jedoch wurden ihm kostspielige Transfers und hohe Gehälter negativ angerechnet, ebenso wie die Entlassung von Julian Nagelsmann im März 2023.
Falls Gladbach die Tradition fortsetzen und einen Schweizer suchen möchte, könnte Marinko Jurendić ein Kandidat sein. Er war von August 2023 bis 2025 beim FC Augsburg tätig und war maßgeblich an den Transfers von Alexis Claude-Maurice, Samuel Essende, Keven Schlotterbeck und Kristijan Jakić beteiligt. Zuvor arbeitete Jurendić drei Jahre lang für den FC Zürich und feierte 2022 mit André Breitenreiter die Meisterschaft.