Neue Enthüllungen im Waffen-Skandal um Karim Adeyemi

Neue Enthüllungen im Waffen-Skandal um Karim Adeyemi

Im Fall des unerlaubten Waffenbesitzes von Karim Adeyemi gibt es neue Entwicklungen: Hat der DFB-Spieler die Waffen nicht versehentlich, sondern absichtlich bestellt?

Frankfurt – Der Waffen-Skandal um den DFB- und BVB-Spieler Karim Adeyemi sorgt weiterhin für Aufregung. Die Staatsanwaltschaft Hagen bestätigte, dass gegen den Profi ein rechtskräftiger Strafbefehl in Höhe von 450.000 Euro wegen unerlaubten Waffenbesitzes erlassen wurde. Adeyemi selbst bedauert den Vorfall und spricht von einem Versehen – doch ist das wirklich der Fall?

Neue Ermittlungsunterlagen deuten darauf hin, dass der 23-jährige Nationalspieler die illegalen Gegenstände möglicherweise bewusst bestellt hat, berichtet die Bild. Demnach war dem Offensivspieler bekannt, dass sich in der von ihm bestellten „Mystery Box“ ein Schlagringmesser, ein Schlagring und ein Elektroimpulsgerät befanden. Unklar bleibt lediglich, wer das Paket letztendlich in der Postfiliale abgeholt hat.

Laut dem Strafbefehl des Amtsgerichts Wetter, der der Bild vorliegt, heißt es: Adeyemi holte im Juli 2024 „ein von Ihnen zuvor bestelltes Paket, in welchem sich, wie sie wussten, u.a. ein Schlagringmesser, ein Schlagring und ein Elektroimpulsgerät befanden, um 18:02 Uhr in der Filiale der Deutschen Post ab.“

Weiter heißt es: „Obgleich Ihnen bewusst war, dass Sie nicht zum Besitz dieser Gegenstände berechtigt waren – oder Sie ließen das vorbezeichnete Paket in Kenntnis seines Inhalts durch den Zeugen C. in der Filiale der Deutschen Post abholen und in Ihre Wohnung bringen, obgleich Ihnen bewusst war, dass Sie nicht zum Erwerb und Besitz dieser Gegenstände berechtigt waren.“

Die Darstellung von Adeyemi, dass es sich lediglich um ein Versehen handele, könnte damit widerlegt sein. Auch sein Anwalt weicht auf Anfrage der Bild von der ursprünglichen Erklärung ab. „Wie der Name ‚Mystery Box‘ nahelegt, war zwar ersichtlich, dass sie Gegenstände wie die in der frei zugänglichen Verkaufsannonce exemplarisch gezeigten Waffen enthalten würde, nicht jedoch, welche konkreten (geschweige denn unerlaubten) Waffen dies sein werden. Karim Adeyemi hat seine Gesprächspartner bei BVB und DFB hierüber vollständig informiert“, erklärt der Anwalt.

Die neuen Enthüllungen werfen die Frage auf, ob Adeyemi seine Vorgesetzten beim BVB und DFB angelogen hat. „Naiv und dumm. Irgendetwas im Internet zu bestellen, ohne zu wissen, was genau darin ist“, äußerte sich bereits DFB-Sportdirektor Rudi Völler zu dem Fall. Der BVB verpflichtete Adeyemi in Absprache mit dem DFB zu Sozialstunden mit Kindern und Jugendlichen im Dortmunder Fußball-Sozialprojekt Nordstadtliga.

Klar ist: Adeyemi und sein Anwalt legten keinen Einspruch gegen den Strafbefehl ein, der am 30. Oktober 2025 rechtskräftig wurde. Juristisch gilt dies als „Geständnisfiktion“. Das bedeutet, dass er den Vorwürfen nicht widersprochen hat. Die Geldstrafe in Höhe von 450.000 Euro wurde auf 60 Tagessätze à 7.500 Euro verteilt. Eine Vorstrafe erhält er nicht, die sichergestellten Waffen wurden eingezogen.

Adeyemi selbst zeigte sich nach Bekanntwerden des Skandals reumütig: „Anfang 2024 habe ich aus Leichtsinn und ohne wirklich darüber nachzudenken, was ich tat, eine sogenannte ‚Mystery Box‘ im Internet bestellt. Darin befanden sich auch Gegenstände, die waffenrechtlich nicht erlaubt sind.“ Er bezeichnete den Vorfall als „riesigen Fehler, der mir sehr leidtut, mich viel gekostet hat und den ich zutiefst bereue.“ Neben der Geldstrafe könnte Adeyemi auch mit drastischeren Konsequenzen beim BVB rechnen.

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