Neuzugang Ljubicic empfiehlt sich für die Sechserrolle bei FC Schalke 04
Gelsenkirchen – Manchmal genügt ein einziger Schuss, um eine Diskussion neu zu entfachen. Mit einer Geschwindigkeit von 114 km/h jagte Dejan Ljubicic den Ball in Fürth unter die Latte – ein kraftvoller Treffer, der dem FC Schalke 04 zumindest einen Punkt sicherte. Doch sein zweites Tor im königsblauen Trikot war mehr als nur ein spektakulärer Ausgleich: Es war auch ein Bewerbungsschreiben für eine andere Rolle im Team.
Unmittelbar vor seinem Treffer rückte der Winter-Neuzugang auf die Doppelsechs – eine Position, die ihm vertraut ist. „Ich mag es, wenn ich den Ball habe. Auf der Sechs wurde ich ausgebildet, sagen wir es mal so“, erklärte der 28-Jährige nach dem Spiel gegenüber der WAZ. Bisher hatte Trainer Miron Muslic ihn im 4-2-3-1-System meist auf der rechten offensiven Seite eingesetzt, häufig als Halb-Zehner neben Kapitän Kenan Karaman.
Muslic schätzt die Vielseitigkeit seines Neuzugangs. „Das Profil von Dejan erlaubt es, dass er auf der Sechs, Acht und Zehn spielen kann. Diese Flexibilität und sein Profil sind für uns von Vorteil.“ Tatsächlich könnte Ljubicic aus der Tiefe heraus mehr Einfluss auf das Offensivspiel nehmen. „Für einen Offensivspieler auf der Zehn ist es schwieriger. Kenan und ich hatten die ganze Zeit den Gegenspieler im Rücken. Als Sechser hast du viel mehr Raum, wenn du den Ball bekommst“, schilderte er.
Im aktuellen Gefüge sind die zentralen Positionen jedoch klar verteilt: Ron Schallenberg gibt den defensiven Anker, während Soufiane El-Faouzi als laufstarker Verbindungsspieler fungiert. Mehr Kreativität aus der Tiefe könnte Schalke guttun – doch jede Verschiebung birgt Risiken. Mit zusätzlicher Offensivkraft könnte möglicherweise die Balance leiden, die zuletzt ohnehin wackelte.
Im Aufstiegsrennen der 2. Liga bleibt es spannend. Trotz einer kurzen Schwächephase ist Schalke seit vier Spielen ungeschlagen, die Spitze ist jedoch dicht gedrängt. Dass man beim Tabellenletzten nicht mehr als ein 1:1 mitnahm, sorgte für gemischte Gefühle. Am Freitag gegen Arminia Bielefeld könnte sich bereits zeigen, ob Muslic erneut an der Ljubicic-Schraube dreht – als situative Lösung oder vielleicht doch als zukunftsträchtiges Modell.