Nico Schlotterbeck verlängert Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2031
Nico Schlotterbeck hat seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2031 verlängert, jedoch gibt es einen entscheidenden Haken für den BVB.
München – Nach langen und schwierigen Verhandlungen konnte Borussia Dortmund im April endlich die Vertragsverlängerung mit Abwehrchef Nico Schlotterbeck bis ins Jahr 2031 verkünden. Sein vorheriger Vertrag wäre im Sommer 2027 ausgelaufen, und immer wieder gab es Berichte über das Interesse verschiedener internationaler Top-Klubs an dem 26-Jährigen.
Allerdings scheint die Vertragsverlängerung nicht für Ruhe auf dem Transfermarkt zu sorgen. Laut einem aktuellen Bericht der Sport Bild gibt es eine Ausstiegsklausel für Schlotterbeck, die bereits in diesem Sommer in Kraft treten soll – jedoch nur für ausgewählte Spitzenvereine, darunter Real Madrid und der FC Liverpool. Könnte es also sein, dass Schlotterbeck nach der WM dennoch den Verein verlässt?
Dietmar Hamann äußerte sich bei „Sky90“ kritisch: „Wenn ich Fan wäre oder ein Kind hätte, das ein Dortmund-Trikot möchte, würde ich versuchen, ihm auszureden, ein Schlotterbeck-Trikot zu wollen, weil er wahrscheinlich in zwei oder drei Monaten nicht mehr da ist. Ich verstehe nicht, warum der Verein nicht hart geblieben ist – Ausstiegsklausel hin oder her. Ja, er kann sie im nächsten Sommer bekommen, aber doch nicht in zwei Monaten.“
Hamann vermutet, dass der einzige Grund für die Vertragsunterschrift der fehlende andere Verein war, der bereit war, die Ablösesumme zu zahlen. „Eine Ausstiegsklausel in zwei oder drei Monaten zu vereinbaren, halte ich für fatal. Das ist eine Vertragsverlängerung, bei der beide Parteien verlieren. Er wird nach der WM nach einem neuen Verein suchen – ob er einen findet, weiß ich nicht.“
Kulttrainer Felix Magath sieht in der Schlotterbeck-Situation ein Zeichen für eine tiefere Problematik beim BVB: „Ich kann nicht nur Entscheidungen treffen, die die nächste Saison betreffen. Als Manager eines Vereins muss ich einen größeren Horizont haben als nur die nächste Saison. Ich kann nicht jedes Jahr zehn neue Spieler kaufen. Training ist etwas Langfristiges und nichts Kurzfristiges.“
Magath spielt damit auf die regelmäßigen Abgänge von BVB-Senkrechtstartern wie Ousmane Dembélé, Jude Bellingham oder Jadon Sancho an: „Dembélé war der Erste, der damals sofort gegangen ist, und dadurch, dass sie den Spieler sofort verkauft haben, haben sie das Signal gesetzt: Wir trennen uns auch von den Spielern, wenn das nötige Angebot kommt. Und so geht es Jahr für Jahr weiter“, erklärt Magath.
„Wenn ich Erfolg haben will, muss ich eine Mannschaft zusammenarbeiten lassen“, betont er, hat jedoch Bedenken, dass dies im Fall von Schlotterbeck gelingt: „Wenn Nico Schlotterbeck das Recht hat zu gehen, befürchte ich, dass im Sommer Vereine kommen, die mehr Geld haben als der BVB und dann auch in die Tasche greifen.“ Ob Nico Schlotterbeck nach der Weltmeisterschaft tatsächlich zu einem neuen Verein wechselt, bleibt abzuwarten.