Niklas Süles ungewöhnlicher Abnehmtrick und Karriereende
Niklas Süle hatte während seiner Karriere immer wieder mit Gewichtsproblemen zu kämpfen. Jetzt hat er einen ungewöhnlichen Abnehmtrick enthüllt.
Dortmund/München – Es war bereits seit einigen Wochen bekannt, dass Niklas Süle Borussia Dortmund zum Saisonende verlassen wird. Dass die aktuelle Saison jedoch seine letzte als Profifußballer sein würde, kam überraschend. Am Donnerstag, den 7. Mai, gab der BVB-Star im Podcast „Spielmacher“ bekannt, dass er seine Karriere beendet.
Im Gespräch mit TV-Moderator und Podcast-Host Sebastian Hellmann blickte Süle auf seine Laufbahn zurück und zeigte einmal mehr seine Selbstironie. Der 30-Jährige verließ plötzlich den Raum und kam mit einer Tüte von McDonald’s zurück. „Ich habe gedacht, wenn es mein letztes Interview als Profifußballer ist, habe ich zwölf Cheeseburger besorgt“, sagte er lachend.
Warum zwölf? „Wir sind zu viert, wenn jeder drei isst … eigentlich esse ich so meine sechs“, scherzte er und fügte hinzu: „Das habe ich mir auf der Hinfahrt als kleinen Gag überlegt, weil es ja oft hieß: der Mecces-Süle. Deswegen passt es zu diesem Anlass ganz gut.“ Damit spielte der Verteidiger auf die ständigen Diskussionen um seine Gewichtsprobleme und mutmaßlich unprofessionelles Verhalten an, auch wenn die Berichterstattung nicht ganz unberechtigt war.
Süle erzählte einige Anekdoten aus seiner Karriere, die er mit 17 oder 18 Jahren bei der TSG Hoffenheim unter Markus Gisdol begann. „Am Tag nach einem Spiel gegen Mainz hat er die gesamte Mannschaft reingeholt. Er hat gesagt: ‚Männer, blöd gestern. Heute haben wir drei Trainingsgruppen: Die, die gespielt haben, gehen raus und laufen aus. Die, die nicht gespielt haben, machen Spielersatztraining. Und du, Niklas, bist Trainingsgruppe drei, weil mit 100 Kilo kann man keinen Fußball spielen.“
Was im ersten Moment hart klingt, war für Süles weiteren Karriereweg „sehr hilfreich“. Bei Trainern, die ihn so anpackten, habe er immer besser funktioniert. „Die haben mir auf der einen Seite in den Arsch getreten, auf der anderen Seite habe ich unter denen jedes Spiel gemacht.“ Er sei eher der Spielertyp gewesen, „der den Arschtritt braucht“, so Süle. Unter anderem Julian Nagelsmann wusste damit umzugehen.
„Er hat in meinem letzten Jahr bei Bayern zu mir gesagt: ‚Du spielst bei mir auch, wenn du fünf Kilo mehr hast – weil ich weiß, wie du bist‘“, erinnerte sich Süle. Anders war es bei Jupp Heynckes, der laut Süle „ein Riesen-Lehrer“ für ihn war und für den das Thema Gewicht eine große Rolle spielte. Doch auch hier fand der ehemalige deutsche Nationalspieler einen speziellen Trick.
„Wir hatten donnerstags bei Bayern Wiegen. Ich habe den ganzen Mittwoch nichts gegessen, immer gefastet und bin abends bei mir daheim noch in die Sauna gegangen – mit Regenjacke. Am nächsten Tag hatte ich zweieinhalb Kilo weniger. Das ist extrem“, enthüllte Süle seine nicht ganz ungefährliche Methode. Anschließend habe er das Fenster im Schlafzimmer aufgerissen, sich „rausgelehnt und erstmal zehn Minuten geatmet, weil ich dachte, ich kippe gleich um.“
Doch seine Taktik zeigte Wirkung: „Am Wochenende habe ich dann gespielt, wir haben gewonnen und Heynckes hat zu mir gesagt: ‚Ja guck, jetzt hast du viel besser gespielt.‘ Ich hatte aber ja genau das gleiche Gewicht.“ Auch in seiner Zeit beim BVB fiel Süle immer wieder durch Gewichtsprobleme auf. Dass er dennoch eine so erfolgreiche Karriere hingelegt hat, führt er mehr auf sein Talent als auf seinen Arbeitswillen zurück.
Die Tatsache, dass er nicht noch mehr investiert hat, bereut Süle jedoch nicht. „Irgendwann kommst du an einen Punkt, wo es schwieriger wird, sich zu motivieren, wenn Fußball einfach nicht so diesen Stellenwert für dich hat. Und das hat der Fußball bei mir nie so gehabt. Wer will mir erzählen, dass, wenn ich weniger Bier getrunken und weniger Burger gegessen hätte, es dann eine bessere Karriere geworden wäre?“, so Süle, der selbstkritisch zugibt: „Ich habe nicht alles investiert.“