Öffentliche Übertragungen bei der WM 2026 in Deutschland erlaubt
Aufgrund der späten Anstoßzeiten während der WM gibt es in Deutschland nun Klarheit über Public-Viewing-Events. Die Bundesregierung hat eine Entscheidung getroffen.
Berlin – Wenn in wenigen Monaten während der mit Spannung erwarteten WM 2026 der Ball in den USA, Kanada und Mexiko rollt, wird es in Deutschland vielerorts bereits tief in der Nacht sein. Trotz der ungewöhnlichen Anstoßzeiten bleibt die Vorfreude der Fußball-Fans auf das Sport-Highlight des Jahres ungebrochen. In vielen Städten wächst daher der Wunsch, Public-Viewing-Events auch nach 22 Uhr zuzulassen – und nun hat die Bundesregierung den Weg dafür freigemacht.
Am Mittwoch, den 25. März, verkündete das Bundeskabinett entsprechende Ausnahmeregelungen, die es ermöglichen, Fußballübertragungen in Deutschland auch während der offiziellen Nachtzeit zu zeigen. „Städte und Gemeinden haben damit die Möglichkeit, Public-Viewing-Veranstaltungen trotz der Zeitverschiebung zu genehmigen – hoffentlich sogar bei einem Finale am 19. Juli mit deutscher Beteiligung“, betonte Bundesumweltminister Carsten Schneider in einer offiziellen Erklärung.
Der endgültige Beschluss der Länder im Bundesrat gilt als Formsache. Die kommende WM findet bekanntlich erstmals über fünf Wochen vom 11. Juni bis 19. Juli statt. Für Deutschland bedeutet dies, dass viele Anpfiffe spät am Abend oder mitten in der Nacht erfolgen werden. In Deutschland gilt die Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr offiziell als Nachtzeit – und genau in diesem Zeitrahmen liegen zahlreiche Partien.
Die vier häufigsten Anstoßzeiten während der WM sind 21 Uhr mit 19 Spielen, 3 Uhr mit 12 Spielen, 22 Uhr mit 10 Spielen und Mitternacht mit 9 Spielen. Ein erheblicher Teil der Begegnungen wird also entweder kurz vor oder vollständig innerhalb der regulären Ruhezeit stattfinden. Eine Übersicht aller Spiele und Termine finden Sie in unserem WM-Spielplan.
Obwohl der Bund die rechtlichen Voraussetzungen schafft, garantiert dies jedoch nicht flächendeckende Freiluftübertragungen. Die kommunalen Behörden müssen jede Veranstaltung einzeln prüfen und abwägen zwischen dem Wunsch der Fans, die Spiele gemeinsam und öffentlich zu verfolgen, und dem Schutzbedürfnis der Anwohner. Ein Anspruch auf Genehmigung besteht ausdrücklich nicht. Das DFB-Team wird sein WM-Quartier übrigens auf einem historischen Anwesen in North Carolina beziehen.
Ähnliche Sonderverordnungen wurden bereits seit der Weltmeisterschaft 2006 angewendet, doch in diesem Jahr wird die Situation komplexer – allein aufgrund der Vielzahl der Spiele über 34 Turniertage hinweg. Die DFB-Elf startet hinsichtlich der Anstoßzeiten vergleichsweise moderat ins Turnier: Ihr erstes Vorrundenspiel gegen Curaçao findet bereits um 19 Uhr deutscher Zeit statt. Die Spiele gegen die Elfenbeinküste und Ecuador beginnen jeweils um 22 Uhr. Auch in der K.-o.-Phase bleiben die Abendtermine bestehen: Halbfinals und Finale starten um 21 Uhr, das Spiel um Platz drei um 23 Uhr.
Ob die Städte letztendlich von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen, wird auch von der Akzeptanz vor Ort abhängen. Eines ist jedoch sicher: Die Weichen sind gestellt, damit die WM-Nächte in Deutschland nicht nur vor dem heimischen Fernseher verbracht werden müssen. Jetzt liegt es an der deutschen Nationalmannschaft, ein sportliches Fest zu gewährleisten.