Paul Pöpperl: Überraschendes Startelf-Debüt für Schalke
Paul Pöpperl sorgte in Düsseldorf für Aufsehen mit seinem Debüt in der Startelf von Schalke 04. Doch wer ist der 22-Jährige und was macht ihn plötzlich so wichtig?
Düsseldorf/Gelsenkirchen – Am Freitagabend waren viele Schalke-Fans überrascht, als die Mannschaftsaufstellung für das Auswärtsspiel in Düsseldorf bekannt gegeben wurde. Anstelle des erwarteten Ersatzspielers Janik Bachmann stand plötzlich Paul Pöpperl in der Startelf. Der verletzungsbedingte Ausfall von Ron Schallenberg aufgrund einer muskulären Zerrung eröffnete dem 22-Jährigen die Möglichkeit, auf der Doppelsechs zu debütieren, und er nutzte diese Gelegenheit optimal.
Schalkes Cheftrainer Miron Muslic erläuterte die Entscheidung nach dem 2:0-Sieg: „Bei Ron handelt es sich nur um eine kleine muskuläre Zerrung. Bei Paul Pöpperl haben wir das getan, was wir seit sechs Monaten praktizieren: gute Trainingsleistungen mit Einsatzzeiten belohnen. Das ist das Versprechen, das wir den Spielern gegeben haben. Wer sich anstrengt, wird belohnt. Namen oder Vertragssituationen sind uns dabei völlig egal. Der Junge hat mutig gespielt, was vor einer solchen Kulisse nicht einfach ist.“
Pöpperl rechtfertigte das Vertrauen und lieferte eine starke Leistung beim Auswärtssieg ohne Gegentor. In 80 Minuten lief er 10,21 Kilometer, absolvierte acht Sprints, hatte 46 Ballaktionen und spielte 79 Prozent seiner 28 Pässe erfolgreich zu seinen Mitspielern. Zudem gewann er 44 Prozent seiner neun Zweikämpfe und zeigte keinerlei Nervosität. Auf Instagram bedankte er sich später: „Was für ein Abend! Dankbar über mein Startelf-Debüt und über die unglaubliche Unterstützung von euch.“
Paul Pöpperl wurde am 25. Februar 2003 in Herborn geboren und ist kein typisches Nachwuchstalent, sondern ein Spätstarter mit einer beeindruckenden Entwicklung. Mit 19 Jahren spielte er noch in der Hessenliga für TSV Steinbach II und überzeugte dort mit 12 Toren und 5 Vorlagen. Schalke verpflichtete ihn daraufhin für die U23, wo er in der Saison 2023/24 sofort zum Leistungsträger avancierte: fünf Tore und sechs Vorlagen in 33 Regionalliga-West-Spielen.
Es folgte eine schwierige Leihe zum Schalker Partnerklub VVV Venlo in der Keuken-Kampioen-Divisie, wo er in 17 Einsätzen lediglich 432 Minuten und eine Torbeteiligung verbuchte. Im Winter wechselte er zu Viktoria Köln, wo er den Mittelrheinpokal gewann. Im Finale gegen Alemannia Aachen, in dem Soufiane El-Faouzi sein Gegner und Said El Mala sein Mitspieler war, blieb er jedoch ohne Einsatz.
Seit dem Sommer arbeitete er sich Schritt für Schritt über die U23 in den Profikader vor: Gegen Paderborn erhielt er 15 Minuten Spielzeit, in Düsseldorf feierte er nun sein Startelf-Debüt. Pöpperl nutzte die Chance, die sich durch den Mittelfußbruch von Max Grüger ergab, und schaffte es in nur drei Jahren vom Hessenliga-Spieler zum Zweitliga-Starter. Zudem zeigt er einmal mehr, wie der Weg von der U23 in den Profibereich führen kann.