Positive Fanverhalten bei Fußballspielen in München
München – Fußballfans, insbesondere Ultras, werden oft pauschal beurteilt. Besonders bei Begegnungen zwischen den Fans des TSV 1860 München und des FC Bayern werden schnell beunruhigende Szenarien von Behörden und Medien entworfen. Doch das vergangene Wochenende zeigte, dass solche Vorurteile nicht immer zutreffen müssen.
Am Samstag mussten sowohl die Löwen- als auch die Bayern-Fans in den Norden reisen. Während die Bayern um 15:30 Uhr in Bremen spielten, trat Sechzig bereits um 14:00 Uhr gegen Havelse im Eilenriederstadion in Hannover an. Dies bedeutete, dass die Fans ungefähr zur gleichen Zeit vom Münchner Hauptbahnhof (in verschiedenen Zügen) aufbrachen. Sowohl in München als auch an den Zwischenstationen blieb die Situation jedoch ruhig, was zu einem unerwarteten Lob von der Polizei führte.
Die Bundespolizei, zuständig für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland, lobte das Verhalten der Fans gegenüber der Abendzeitung München ausdrücklich. Es kam weder zu Sachbeschädigungen noch zu Gewalt gegen Personen, und auch die Mitarbeiter der genutzten Züge waren mit dem Verhalten der Fans zufrieden.
Dieses positive Feedback der Polizei könnte möglicherweise auf einen Strategiewechsel im Umgang mit Fangruppen hinweisen. Bisher äußerten sich Polizeivertreter meist nur dann lautstark, wenn es um vermeintliches oder tatsächliches Fehlverhalten der Fans ging – besonders im Vorfeld der Innenministerkonferenz im Dezember 2025.
Ein Grund für das eher ungewöhnliche Verhalten der Polizei aus Sicht der Fans könnte auch in den unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen liegen. Während die Bundespolizei in diesem Fall zuständig war, sind in und um die Stadien in erster Linie die Landespolizeien verantwortlich, einschließlich eigener Presseabteilungen.
Ungeachtet der polizeilichen Zuständigkeiten bleibt zu hoffen, dass das positive Fanverhalten vom letzten Wochenende Schule macht. Viele Menschen fühlen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sicher, wenn diese an Wochenenden von Fußballfans bevölkert werden. Zudem kommt es immer wieder zu Fanausschreitungen, die in keiner Weise entschuldbar sind – wie im Fall von Magdeburg am 19. Spieltag der 2. Bundesliga.