Rafaela Borggräfe vom FC Liverpool wegen diskriminierender Äußerung für sechs Spiele gesperrt

Rafaela Borggräfe vom FC Liverpool wegen diskriminierender Äußerung für sechs Spiele gesperrt

Die deutsche Torhüterin Rafaela Borggräfe vom FC Liverpool wurde vom englischen Fußballverband FA für sechs Spiele gesperrt, nachdem sie eine diskriminierende Äußerung gemacht hatte. Die 25-Jährige hat die Strafe akzeptiert, die rückwirkend am 6. Dezember 2025 in Kraft trat. Zu diesem Zeitpunkt hatte Borggräfe bereits fünf der sechs Spiele abgesessen.

Der Vorfall ereignete sich während der Saisonvorbereitung beim FC Liverpool, als ein Mannschaftsfoto aufgenommen wurde. Berichten britischer Medien zufolge bezog sich die diskriminierende Bemerkung auf die Hautfarbe und wurde von Mitspielern und Betreuern gehört. Die genauen Worte von Borggräfe sowie die Person, an die sich die Äußerung richtete, sind nicht öffentlich bekannt. Bis heute hat sich die Torhüterin nicht zu dem Vorfall geäußert.

Liverpool-Trainer Gareth Taylor bestätigte die Sperre in einer Pressekonferenz. „Der Verband hat die Spielerin mit einer Sperre von sechs Spielen belegt“, erklärte er und fügte hinzu, dass der Verein und die Mannschaft „angemessen“ reagiert hätten. „Ich muss sagen, dass sich die Sache ein wenig hingezogen hat. Ich denke, das war für alle Beteiligten frustrierend, insbesondere für Rafa“, so Taylor.

Der FC Liverpool hatte den Vorfall im September 2025 selbst an die FA gemeldet, nachdem der Klub zunächst intern ermittelt hatte. In einer Stellungnahme sprach der Verein von „der mutmaßlichen Verwendung diskriminierender Sprache durch eine Spielerin des LFC“. Weitere Stellungnahmen wurden vom Klub nicht abgegeben. Daraufhin leitete die FA eine viermonatige Untersuchung ein, die nun mit der Sechs-Spiele-Sperre beendet wurde.

Zusätzlich zur Spielsperre muss Borggräfe an einem verpflichtenden Bildungsprogramm teilnehmen. Ihre letzte gesperrte Partie wird am 25. Januar 2026 stattfinden. Danach ist die Torhüterin wieder spielberechtigt. Borggräfe wechselte im Sommer 2025 vom SC Freiburg nach England.

Für die deutsche Nationalmannschaft hat Borggräfe elf Junioren-Länderspiele absolviert und gehört zum erweiterten Kader der A-Nationalmannschaft. Bundestrainer Christian Wück hatte die Keeperin trotz laufender Ermittlungen im Oktober für das DFB-Team nominiert und dies mit der Unschuldsvermutung begründet. Bei der Frauen-EM 2025 stand sie als vierte Torhüterin auf Abruf bereit. Ob der Vorfall Auswirkungen auf ihre Nationalmannschaftskarriere haben wird, ist derzeit unklar.

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