Rasmus Kristensen: Ein Neuanfang bei Eintracht Frankfurt
Rasmus Kristensen hat mit seinem Wechsel zu Eintracht Frankfurt alles richtig gemacht, anstatt seine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Der Publikumsliebling der Hessen sorgte kürzlich für Aufsehen, als er in der Mixed Zone des SC Freiburg über seine Karriere sprach.
In einem Interview mit dem vereinseigenen Medium der Eintracht enthüllte Kristensen, dass er am 17. Mai dieses Jahres ernsthaft über ein Karriereende nachgedacht hatte. „Ich wollte eigentlich aufhören!“, sagte er und überraschte damit die Zuhörer. Der dänische Spieler, der mit seinen drei entscheidenden Toren zum Einzug in die Champions League beitrug, war kurz davor, Frankfurt zu verlassen.
In einem aufschlussreichen Gespräch mit dem Magazin 11Freunde erklärte Kristensen, dass er „sehr nah“ am Karriereende gewesen sei. „In den zwei Jahren zuvor, in denen ich für Leeds United und AS Rom spielte, hatte ich das Vertrauen in mich selbst verloren. Ich fühlte mich mental und physisch nicht in der Lage, auf höchstem Niveau Fußball zu spielen“, gestand er.
Nach der Europameisterschaft 2024, bei der Dänemark im Achtelfinale gegen Deutschland ausschied, dachte Kristensen intensiv über seine Zukunft nach. Es waren nicht nur die sportlichen Ergebnisse, die ihn belasteten, sondern auch der Druck von Trainern, Journalisten und sozialen Medien. Er hatte Schwierigkeiten, den Druck des Profifußballs in seinem Privatleben abzulegen.
Kristensen fühlte sich „antriebslos“ und hatte „keine Energie“ mehr. „Nach zwei Jahren war ich an dem Punkt, zu sagen: Ich habe alles gegeben, aber anscheinend bin ich einfach nicht für den Profifußball gemacht“, erklärte der 28-Jährige und betonte, dass eine Entscheidung für das Karriereende kein Zeichen von Schwäche gewesen wäre.
Obwohl viele Menschen glauben, dass er seinen Traum lebte, war die Realität ernüchternd. „Ich wollte unbedingt Profi werden, aber ich musste erkennen, dass dieser Traum nicht so schön ist, wie ich es mir vorgestellt hatte“, reflektierte er.
Ein entscheidender Moment in seiner Karriere war die Winter-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Kristensen hatte sich immer gewünscht, sein Land zu repräsentieren und durfte in jedem Gruppenspiel von Beginn an spielen. „Aber ich stand unter Druck und konnte die Momente nicht genießen. Auf dem Rückflug dachte ich: Wow, du hast dein ganzes Leben auf diese Momente hingearbeitet – und das war total enttäuschend“, erinnerte er sich.
Kristensen erlebte eine „emotionale Achterbahn“. Das Jahr in Rom war „in Ordnung“, doch die bevorstehende Vaterschaft motivierte ihn dazu, eine neue Richtung einzuschlagen. „Ein paar Monate Elternzeit wären ein schöner Beginn für eine zweite Karriere“, dachte er. Doch Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche hatte andere Pläne.
„Er gab mir ein gutes Gefühl für den Klub, die Mannschaft und meine Rolle. Vor allem schenkte er mir das Vertrauen, das ich dringend benötigte“, nannte Kristensen die Gründe für seine Entscheidung, nach Frankfurt zu wechseln. Zunächst auf Leihbasis, wurde er später bis 2029 fest verpflichtet.
Trainer Dino Toppmöller und Robin Koch, mit dem er bereits bei Leeds United zusammengearbeitet hatte, überzeugten ihn endgültig. Als Kristensen beim ersten Testspiel der Eintracht die begeisterten Fans erlebte, war es um ihn geschehen: „Viele denken bei Frankfurt zuerst an die Bankenmetropole, ich hingegen denke zuerst an die Fans.“
Diese ehrliche Hingabe und Leidenschaft schätzen die Anhänger an ihm. Sportlich betrachtet war Kristensen einer der wichtigsten Transfers in der viereinhalbjährigen Amtszeit von Krösche. Er ist ein Leader, Antreiber, entscheidender Torjäger, Liebling der Fans und Vorbild für junge Spieler – ein solches Gesamtpaket ist rar.