Roman Bürki äußert sich kritisch über Edin Terzić

Roman Bürki äußert sich kritisch über Edin Terzić

Jahre nach seinem Abschied von Borussia Dortmund sorgt Roman Bürki mit seinen Aussagen über den ehemaligen Trainer Edin Terzić für Aufsehen. Während Dortmund sportlich auf dem richtigen Weg ist, überrascht die plötzliche Kritik.

Dortmund – Es sind drei Jahre vergangen, seit Roman Bürki Borussia Dortmund verlassen hat. Ein Jahr ist seit Edin Terzić' Rücktritt als BVB-Trainer vergangen. In Dortmund hat sich das Interesse an dem Torhüter längst gelegt. Umso überraschender ist es, dass nun eine kritische Rückschau erfolgt. In einem Interview mit SPOX äußerte Bürki: „Bei Edin Terzić hatte ich nie das Vertrauen, das ich bei anderen Trainern verspürt habe.“

Der 34-Jährige, der mittlerweile als Kapitän und Stammtorhüter bei St. Louis City SC in der MLS spielt, übte scharfe Kritik und warf Terzić vor, eine Schulterverletzung im Jahr 2021 als willkommenen Vorwand genutzt zu haben. „Im Nachhinein glaube ich, dass diese Verletzung Edin Terzić wahrscheinlich in die Karten gespielt hat“, sagte Bürki. Die zeitliche Einordnung dieser Aussagen ist bemerkenswert – und nicht im positiven Sinne.

Bürki hat in den USA sein sportliches Glück gefunden. Er ist Kapitän eines MLS-Teams, absolvierte kürzlich sein 500. Profi-Spiel und steht regelmäßig im Tor. Terzić hingegen ist seit seinem Rücktritt beim BVB im Sommer 2024 ohne Verein und hält sich aus der Öffentlichkeit fern. Warum also diese späte Abrechnung mit einem Mann, der längst aus dem Rampenlicht verschwunden ist?

Die Antwort könnte in Bürkis verletztem Stolz liegen. „Ich war total baff. Das hat mich auch schwer getroffen“, beschreibt er seine damalige Degradierung. Im Leistungssport sind jedoch harte Entscheidungen Teil des Geschäfts – und die Entscheidung des damaligen Interimstrainers Terzić war durchaus nachvollziehbar. Bürkis Leistungen waren bestenfalls durchwachsen, und er konnte dem BVB nicht die nötige Stabilität bieten.

Als Marwin Hitz nach Bürkis Verletzung übernahm, zeigte der Routinier eine solide Leistung. Hitz war die stabilere Option, die Terzić in der schwierigen Phase nach der Entlassung von Cheftrainer Lucien Favre benötigte. Bürki fühlt sich zwar zu Unrecht als Bauernopfer, aber solche Entscheidungen sind im Profifußball keine Seltenheit.

Die sportliche Rechtfertigung wird noch deutlicher, wenn man auf Gregor Kobel schaut. Der BVB investierte rund 15 Millionen Euro in den damals 23-jährigen Torhüter, der klar als Nummer eins eingeplant war. Diese Investition erwies sich als voller Erfolg. Kobel hat sich als einer der besten Torhüter in Europa etabliert und war 2024 Teil des Team of the Season der Champions League. Er ist mittlerweile ein wichtiger Führungsspieler beim BVB.

Die Torhüterposition, über die in Bürkis Zeit ständig diskutiert wurde, ist seit Kobels Ankunft zur Ruhe gekommen. Bislang entschieden sich andere Klubs nicht für einen Wechsel, und Kobel hat sich bewusst für einen Verbleib beim BVB entschieden. Die damalige Entscheidung gegen Bürki war nicht nur verständlich, sondern auch nachhaltig richtig.

Bürkis schärfste Kritik richtet sich gegen die Art der Kommunikation. Die SMS eines BVB-Verantwortlichen vor dem DFB-Pokalfinale 2021 gegen RB Leipzig, in der ihm versichert wurde, wie gut er sei, empfand er als „ziemlich skurril“. „Das konnte ich natürlich unmöglich ernst nehmen“, sagte Bürki über die Nachricht, die nach wochenlangem Bankdrücken kam.

Hier liegt der berechtigte Kritikpunkt. Der Unterschied zu Marco Rose, der Bürki später die endgültige Degradierung zur Nummer drei „offen und ehrlich“ mitteilte, verdeutlicht den Unterschied zwischen professioneller und unpersönlicher Kommunikation. „Ich kann nur Positives über Marco Rose sagen“, betonte Bürki – obwohl Rose eine noch härtere Nachricht überbrachte als sein Vorgänger Terzić.

Die berechtigte Kritik an der Art der Kommunikation macht jedoch das Timing von Bürkis Aussagen nicht besser. Während er in St. Louis erfolgreich ist und Terzić sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, wirkt diese späte Abrechnung wie unnötiges Nachtreten. Bürkis Gefühl, zum „Sündenbock“ gemacht worden zu sein, ist nachvollziehbar.

Dennoch entscheiden im Profifußball Leistung und sportliche Notwendigkeiten, nicht Sentimentalitäten. Der BVB handelte konsequent nach dem Leistungsprinzip und wurde dafür belohnt, mit Kobel die richtige Wahl getroffen zu haben. Die Äußerungen von Bürki werden den BVB daher kaum berühren.

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