Sacha Boey: Vom Verkaufskandidaten zum Vorbild beim FC Bayern München
München – Die Geschichte von Sacha Boey beim FC Bayern München liest sich wie ein modernes Märchen. Der französische Rechtsverteidiger, der vor einigen Monaten noch als Verkaufskandidat galt, hat sich unter Trainer Vincent Kompany zu einem wichtigen Bestandteil und Vorbild für den gesamten Kader entwickelt. Seine Entwicklung verdeutlicht, wie schnell sich die Situation im Profifußball ändern kann.
Der 25-Jährige hatte nach seinem 30-Millionen-Euro-Wechsel von Galatasaray Istanbul im Januar 2024 mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Verletzungen plagten ihn: Muskelfaserriss, Muskelbündelriss, Meniskusriss und zuletzt eine Sprunggelenksverletzung. Insgesamt verpasste Boey aufgrund dieser Blessuren bereits über 30 Spiele für die Münchner.
Die Zweifel an der kostspieligen Investition wuchsen stetig. Sportvorstand Max Eberl gab im Sommer offen zu, dass Boey zu den Verkaufskandidaten zählte. Doch der Franzose blieb und nutzte seine Chance unter Kompany. In der laufenden Saison hat er bereits 17 Pflichtspiele absolviert und sich als wichtige Alternative auf der rechten Abwehrseite etabliert.
Kompany zeigt sich beeindruckt von Boeys Mentalität und sieht in ihm ein Paradebeispiel für andere Spieler im Kader. „Wichtig ist, dass diese Spieler, die hier bei uns sind, an Qualität und Talent nicht mangeln“, betonte der belgische Coach vor dem Champions-League-Spiel gegen Brügge. Er verwies zudem auf ähnliche Entwicklungen bei anderen Spielern wie Leon Goretzka.
Besonders hervorhebt Kompany, dass Boeys Talente bereits bei Galatasaray sichtbar waren. „Wer Sacha Boey damals bei Galatasaray beobachtet hat, der wusste, dass er ein großes Talent ist“, erklärte der 38-Jährige. Die Integration in einen Topverein wie Bayern München sei jedoch nie einfach: „Manchmal ist es schwierig, sich in einen Verein wie Bayern München einzugewöhnen.“
Der Trainer macht deutlich, dass er sich nicht von der öffentlichen Meinung leiten lässt: „Als Trainer kann ich nicht immer das verfolgen, was die Öffentlichkeit über unsere Spieler denkt, sonst habe ich am Ende keine Spieler mehr, und wir spielen nur noch mit fünf Spielern bei Bayern München.“ Diese Philosophie zahlt sich für Boey aus, der nun regelmäßig zum Kader gehört und wertvolle Spielzeit sammelt.
Kompany sieht in Boeys Werdegang eine wichtige Botschaft für den gesamten Kader. „Es freut mich für ihn, aber es bleibt immer eine gute Geschichte, wie die von Eric Dier oder Leon Goretzka in der vergangenen Saison. Sacha Boey ist in dieser Saison eine positive Geschichte für die anderen Spieler im Kader“, so der Trainer. Der Franzose ist damit ein leuchtendes Beispiel dafür, sich nicht mit der Reservistenrolle abzufinden.
Seine Hartnäckigkeit und sein kontinuierlicher Kampf um Spielzeit motivieren andere Spieler im Kader, ebenfalls ihr Bestes zu geben und ihre Chancen zu nutzen. Trotz der schwierigen Anfangszeit und der Verkaufsgerüchte ließ sich Boey nicht entmutigen und nutzte seine Gelegenheit nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Josip Stanisic und Alphonso Davies.
Die Erfolgsgeschichte des 25-Jährigen zeigt, dass Geduld und Vertrauen im Profifußball entscheidend sein können. Was als Problemfall begann, hat sich zu einer Bereicherung für das Team entwickelt.