Schalke Ultras distanzieren sich von Tönnies

Schalke Ultras distanzieren sich von Tönnies

Nach einem kurzen sportlichen Tief gibt es auf Schalke erneut Unruhe abseits des Spielfelds. Die Ultras distanzieren sich von Clemens Tönnies, der seinerseits mit Unterstützern reagiert.

In Gelsenkirchen ist die Situation angespannt. In einem Brief an den Vorstand und den Aufsichtsrat fordern acht ehemalige Schalker, darunter der legendäre Trainer Huub Stevens und Ex-Coach Peter Neururer, von der aktuellen Vereinsführung, gegen die Fangruppierungen vorzugehen, die Tönnies beleidigt hatten.

Bei einem Spiel gegen Dresden (2:2) wurde der Ex-Aufsichtsrat mit Bannern als „Schweinepriester“, „Ekelschwein“ und „Ehrenlos“ beschimpft. In dem Brief, der bewusst an die Medien weitergegeben wurde und auch von drei wichtigen Sponsoren (Stölting, Hagedorn, HRS) unterzeichnet ist, heißt es: „Als ehemalige und zum Teil langjährige Funktionsträger oder Sponsoren des FC Schalke 04 schämen wir uns für das, was am Samstag geschehen ist. Wir sind der Überzeugung, dass es jedem echten Schalker peinlich sein muss, wie das Bild und Image unseres Vereins dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden ist.“

Weiterhin wird festgestellt: „Durch die ekelhaften Beleidigungen und die Gossensprache wurde ein inakzeptables Niveau erreicht. Diese Beleidigungen könnten strafrechtlich relevant sein, auch wenn es schwierig sein könnte, die Täter zu identifizieren.“ Der Brief ignoriert jedoch jegliche Verfehlungen von Clemens Tönnies.

Die Ultras reagierten auf die Berichte, dass das Ehrenpräsidium der Königsblauen Tönnies und Stevens für ihr Gremium gewinnen möchte, eine Art „Hall of Fame“ für Funktionäre. Die ehemaligen Funktionäre fordern nun die Vereinsführung auf: „Wir fordern Euch auf, die Aktionen ohne Wenn und Aber glaubhaft zu verurteilen, Strafanzeige wegen Beleidigung zu stellen, die Justiz bei der Identifizierung der Täter zu unterstützen und sicherzustellen, dass alles unternommen wird, um eine Wiederholung auszuschließen.“

Der Verein reagierte mit einem offiziellen Statement: „Der FC Schalke 04 steht als eingetragener Verein für Meinungsfreiheit und eine gelebte Diskussionskultur. Weder Plakate, die Einzelpersonen beleidigen, noch Briefe, die absichtlich schnell an die Medien weitergegeben werden, helfen Schalke, seine Ziele zu erreichen. Vorstand und Aufsichtsrat rufen zur Geschlossenheit und zu einem respektvollen Miteinander innerhalb der Vereinsfamilie auf.“

Der S04 lässt sich von Tönnies und dessen Unterstützern nicht einschüchtern und verurteilt das Verhalten beider Seiten. Intern dürfte jedoch allen bewusst sein, dass Tönnies nach seinem Rassismus-Skandal bei den Anhängern kein Ansehen mehr genießt. Auch die hohe Verschuldung des Vereins, die früheren engen Kontakte zu Wladimir Putin sowie die ständigen Machtkämpfe und Unruhen unter Tönnies' Führung sind weitere Gründe, warum ein Engagement auf Schalke in irgendeiner Form ausgeschlossen werden sollte.

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