Stefan Effenberg über Bayerns Last-Minute-Transfer Nicolas Jackson
München – Der FC Bayern hat am Deadline Day mit Nicolas Jackson einen weiteren Spieler verpflichtet. Der 24-jährige Stürmer wird vorübergehend vom FC Chelsea ausgeliehen und soll die Offensive des Rekordmeisters flexibler gestalten. Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg ist überzeugt, dass der Transfer sportlich erfolgreich sein wird, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der finanziellen Konditionen.
In einem Gespräch mit t-online lobte Effenberg die Fähigkeiten des senegalesischen Nationalspielers: „Er wird in München sofort funktionieren, da bin ich mir sicher. Das passt“, sagte der 57-Jährige. Jackson bringe genau die Eigenschaften mit, die den Bayern in der Offensive bislang gefehlt hätten: Geschwindigkeit, Vielseitigkeit und Torgefahr. Mit 24 Toren und 10 Vorlagen in 65 Premier-League-Spielen für Chelsea hat der Angreifer seine Qualitäten bereits auf höchstem Niveau unter Beweis gestellt. Effenberg ist sich sicher: „Das ist ein Spieler von hoher Qualität, der sofort weiterhelfen wird.“
Trotz seiner Begeisterung betrachtet der ehemalige Bayern-Kapitän die finanziellen Rahmenbedingungen kritisch. Die Leihgebühr von 16,5 Millionen Euro bezeichnete er als „natürlich sehr viel für ein Leihgeschäft“. Effenberg relativiert seine Bedenken jedoch angesichts der Marktlage: „Dafür bekommst du einen Spieler, der sich bereits in einer der besten Ligen Europas durchgesetzt hat.“ In einem Transferfenster, in dem die Preise vieler Top-Stars explodierten, sei Jacksons Verpflichtung zwar teuer, aber gleichzeitig notwendig gewesen.
Für Effenberg steht fest, dass Bayern keine Wahl hatte. „Es war ein unbedingt notwendiger Transfer“, betonte er. Nach den zahlreichen Abgängen sei der Kader in der Offensive zu dünn gewesen. Besonders schätzt Effenberg die Vielseitigkeit des Neuzugangs: „Jackson ist kein klassischer Neuner, er kann auch auf den Flügeln spielen“, so der „Tiger“. Dies eröffne Trainer Vincent Kompany neue taktische Optionen, und Jackson sei sogar bereit, sich mit einer Rolle als Backup zu arrangieren.
Ein weiteres positives Signal sieht Effenberg in der klaren Haltung des Spielers selbst. „Dass dieser Transfer zustande gekommen ist, liegt auch an der Hartnäckigkeit von ihm und seinem Beraterteam. Er wollte unbedingt zu den Bayern“, betonte der Ex-Profi. Für Effenberg ist diese Motivation entscheidend, um sich schnell beim Rekordmeister einzugewöhnen. „Wenn ein Spieler diesen Schritt so vehement einfordert, spricht das für seine Mentalität“, erklärte er. Genau diese Mentalität könnte Jackson helfen, sich sofort zu integrieren und von Anfang an eine wichtige Rolle zu spielen. Ob Jackson tatsächlich so einschlägt, wie es Effenberg prognostiziert, bleibt abzuwarten. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)