Strategiewechsel bei Borussia Dortmund: Ole Book und die Suche nach Talenten aus der 2. Liga
Neuer Sportdirektor, neue Ansätze: Ole Book könnte bei Borussia Dortmund einen Strategiewechsel auf dem Transfermarkt einleiten. Doch ausgerechnet beim vielversprechendsten Kandidaten drohen Schwierigkeiten aus München.
Dortmund – Mit der Übernahme des Sportdirektor-Postens durch Ole Book mehren sich die Hinweise, dass der BVB zukünftig alternative Transferstrategien verfolgen könnte. Anstelle teurer Verpflichtungen aus dem Ausland oder der Bundesliga rückt offenbar die 2. Liga verstärkt in den Fokus der Schwarz-Gelben – mit einem konkreten Namen, der für Aufregung sorgt.
Laut einem Bericht des kicker plant der BVB unter Books Leitung, gezielt Spieler aus dem deutschen Unterhaus ins Visier zu nehmen. Die Überlegung dahinter ist einleuchtend: Zweitliga-Profis sind kostengünstiger als etablierte Erstligaspieler, kennen den deutschen Fußball bestens und bringen oft eine besondere Motivation mit.
Zusätzlich hat Book mehrere Jahre erfolgreich bei der SV Elversberg gearbeitet und ist in der 2. Liga gut vernetzt – ein Vorteil, den der BVB nutzen möchte. Bisher ist mit Ersatzkeeper Alexander Meyer lediglich ein Spieler im Kader, der vor seinem Wechsel nach Dortmund in der 2. Liga aktiv war.
Das Interesse des BVB an Kennet Eichhorn von Hertha BSC verdeutlicht, wie gut diese Strategie zur aktuellen Situation passt. Der 16-jährige defensive Mittelfeldspieler hat sich in dieser Saison bereits als Stammspieler in der 2. Bundesliga etabliert und gilt laut den Ruhr Nachrichten schon seit längerer Zeit als vielversprechendes Thema bei den BVB-Verantwortlichen. Demnach haben die Dortmunder der Spielerseite bereits deutlich gemacht, dass ernsthaftes Interesse besteht.
Eichhorn wird als sofortige Lösung auf der Sechser-Position angesehen – neben Felix Nmecha, der kürzlich seinen Vertrag verlängert hat. Sein Marktwert liegt bei 20 Millionen Euro, jedoch soll seine Ausstiegsklausel für den kommenden Sommer lediglich zwischen zehn und zwölf Millionen Euro liegen – ein vergleichsweise moderater Betrag für ein Talent seiner Klasse. Das Problem: Eichhorn ist längst kein Geheimtipp mehr. Auch der FC Bayern und Bayer Leverkusen haben ein ernstes Auge auf den Youngster geworfen, ebenso sollen RB Leipzig, Manchester City und weitere internationale Spitzenvereine Interesse signalisiert haben.
Bemerkenswert ist, dass laut kicker intern beim BVB Stimmen laut werden, die den eigenen Talenten durch einen Eichhorn-Transfer nicht im Weg stehen wollen – ein Hinweis darauf, dass die Entscheidung noch nicht getroffen ist. Fest steht: Der BVB steht vor einem echten Neuanfang. Im Sommer verlassen Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan den Verein, nachdem ihre Verträge auslaufen. Gleichzeitig kommen die südamerikanischen Talente Kaua Prates und Justin Lerma.
Books Netzwerk in der 2. Liga könnte dabei eine noch größere Rolle spielen als bisher bekannt – Eichhorn ist derzeit der einzige öffentlich bestätigte Zweitliga-Kandidat, doch der kicker deutet an, dass sich dies „demnächst ändern“ könnte. Welche weiteren Namen auf Books Liste stehen, bleibt vorerst das bestgehütete Geheimnis in Dortmund. Ob der BVB im Rennen um Eichhorn die Nase vorn behält, wird sich wohl in den kommenden Wochen entscheiden.