Talente der U21: El Mala und Karl im Fokus

Talente der U21: El Mala und Karl im Fokus

München – Lennart Karl und Saïd El Mala gehören zu den vielversprechendsten Talenten im deutschen Fußball. Bei einem U21-Länderspiel in Georgien bildeten sie die Flügelzange, was wertvolle Erkenntnisse für den FC Bayern lieferte.

Der 19-jährige Saïd El Mala, der vor dieser Saison von der drittklassigen Viktoria zum 1. FC Köln wechselte, hat sich in seiner ersten Bundesliga-Saison als Shooting-Star etabliert. Mit vier Toren und zwei Assists für den Effzeh wurde er sogar von Bundestrainer Julian Nagelsmann für das WM-Qualifikationsspiel in Luxemburg in die A-Nationalmannschaft berufen.

Der Marktwert des Deutsch-Libanesen ist in nur wenigen Monaten von drei auf 18 Millionen Euro gestiegen, was einen enormen Hype um sein Talent ausgelöst hat. Das Interesse des FC Bayern sowie anderer europäischer Topclubs an El Mala wurde schnell laut, und es wird von möglichen Ablöseforderungen in „Woltemade-Dimensionen“ gesprochen.

Allerdings musste El Mala beim DFB-Pokalspiel gegen Bayern, das Köln 1:4 verlor, erkennen, dass der Druck beim Rekordmeister hoch ist. Er konnte in der Partie nicht überzeugen und wurde bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit ausgewechselt, nachdem er eine Gelbe Karte für ein übermotiviertes Foul an Dayot Upamecano erhalten hatte.

In Luxemburg wurde ihm von Nagelsmann kein Debüt in der A-Nationalmannschaft geschenkt, und nach dieser Erfahrung kehrte er zur U21 von Antonio Di Salvo zurück, um im EM-Qualifikationsspiel in Georgien zu spielen. Dort traf er auf Lennart Karl, den Shooting-Star des FC Bayern in dieser Saison.

Der 17-jährige Karl hatte bei seinem Debüt gegen Malta (6:0) nicht nur mit zwei Toren beeindruckt, sondern auch Diskussionen ausgelöst, ob er nicht vorzeitig ins Team von Nagelsmann aufrücken sollte.

Im hart umkämpften 2:0-Sieg gegen Georgien bildeten Karl und El Mala von Beginn an die Flügelzange. Während El Mala Schwierigkeiten hatte, sich gegen die tief stehende Abwehr der Osteuropäer durchzusetzen, zeigte Karl, dass er mit solchen Geduldsspielen bereits vertraut ist.

El Mala blieb oft an seinen Gegenspielern hängen, während Karl sich immer wieder freispielen konnte. Letztlich war es nicht überraschend, dass der 17-Jährige in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einer Ecke und einer ungewollten Verlängerung von El Mala den entscheidenden Treffer zum 1:0 erzielte.

Die unterschiedlichen Rollen der beiden Talente in Di Salvos U21 wurden auch durch ihre Einsatzzeiten deutlich: El Mala wurde bereits in der 63. Minute durch Ilyas Ansah (Union Berlin) ersetzt, während Karl über 20 Minuten länger spielen durfte und erst bei einem sicheren Sieg ausgewechselt wurde.

Obwohl Karl in dieser Saison bei seinen Pflichtspielen für den FC Bayern im Vergleich zu El Mala „nur“ die Hälfte der Torbeteiligungen aufweist – darunter zwei herausragende Tore gegen Club Brügge und in Mönchengladbach sowie ein Assist für Harry Kane – scheint er besser zum Spielstil des Rekordmeisters zu passen. El Mala muss seine Physis und Schnelligkeit weiterentwickeln, um gegen engmaschige Verteidigungen bestehen zu können. Das Länderspiel in Georgien hat diese Erkenntnis deutlich bestätigt. El Mala steht am Anfang seiner vielversprechenden Karriere, doch der FC Bayern scheint (noch) nicht der richtige Verein für ihn zu sein. Lennart Karl, der anderthalb Jahre jünger ist, hat in vielerlei Hinsicht die Nase vorn und übertrifft ihn sogar im aktuellen Marktwert (20 zu 18 Millionen Euro).

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